Auch das Girokonto kann mehr kosten als gedacht. Wir zeigen, welche Gebühren, Zinsen und Fehler Ihr Geld unbemerkt schmälern und wie Sie gegensteuern.
Auch bei einem Girokonto gibt es für Sparer Stolperfallen - wie etwa unauffällige Gebühren, teure Überziehungszinsen und Fehler bei Überweisungen. Wir zeigen die häufigsten Kostenfallen und wie Sie sie umgehen.
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Teuer überzogen: Der Dispokredit
Der Dispo ist bequem, aber einer der teuersten Kredite überhaupt. Die Zinsen liegen je nach Bank oft im zweistelligen Prozentbereich. Wer dauerhaft im Minus steht, zahlt dafür schnell mehrere hundert Euro im Jahr. Besonders teuer wird es bei einer geduldeten Überziehung, also wenn Sie ohne Vereinbarung über Ihr Limit hinausgehen. Hier fallen oft noch höhere Zinsen an.
Tipp: Vereinbaren Sie eine Dispogrenze, die Sie tatsächlich brauchen, und planen Sie Rückzahlungen ein. Für größere Beträge ist ein günstiger Ratenkredit meist die bessere Wahl.
Zu viel Geld auf dem Girokonto parken
Auf dem Girokonto verdienen Sie meist keine Zinsen, bei vielen Banken gibt es sogar gar nichts. Gleichzeitig verliert Geld durch Inflation laufend an Kaufkraft. Wer dauerhaft große Summen liegen lässt, verschenkt also doppelt: entgangene Zinsen und reale Wertverluste.
Tipp: Behalten Sie nur Ihre Liquiditätsreserve (etwa drei bis sechs Monatsausgaben) auf dem Girokonto. Den Rest können Sie auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto bzw. einem Wertpapierdepot anlegen.
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Falsche IBAN ignorieren
Bei Überweisungen zählt allein die IBAN. Stimmt sie nicht, geht das Geld an das falsche Konto, und eine Rückholung ist oft mühsam, langsam und mit Gebühren verbunden. Der Namensabgleich (Verification of Payee), der im Euroraum inzwischen Standard ist, warnt bei Abweichungen zwischen Name und IBAN. Er ersetzt aber nicht Ihre eigene Prüfung, und Warnungen lassen sich auch wegklicken.
Tipp: Prüfen Sie die IBAN vor jeder neuen Überweisung, und speichern Sie wichtige Empfänger einmal sorgfältig als Vorlage.
Gebühren für Bargeld an fremden Automaten
Abhebungen an Automaten, die nicht zu Ihrer Bank gehören, können zusätzlich kosten. Neben dem Entgelt Ihrer Bank berechnet der Automatenbetreiber häufig eine eigene Gebühr, oft zwei bis fünf Euro pro Abhebung. Wer regelmäßig Bargeld braucht, zahlt schnell viel.
Tipp: Heben Sie eine Summe ab, die für mehrere Wochen reicht, und nutzen Sie möglichst Geldautomaten Ihrer eigenen Bank oder ihres Verbunds.
Auslandskosten und Fremdwährungsaufschläge
Im Ausland fallen oft mehrere Kosten gleichzeitig an: Entgelte für Fremdabhebungen, Aufschläge für Fremdwährungen und ungünstige Umrechnungskurse. Besonders teuer ist die dynamische Währungsumrechnung, bei der Sie wählen können, ob in Euro oder in der Landeswährung abgerechnet wird. Die Euro-Option wirkt praktisch, ist aber meist die teurere.
Tipp: Wählen Sie immer die Landeswährung und prüfen Sie vor Reisen die Konditionen Ihrer Bank.
Kontoführungsgebühren und Zusatzleistungen
Viele Girokonten sind nur scheinbar kostenlos. Kreditkarten, Versicherungen oder Premium-Pakete werden oft automatisch mitverkauft und kosten laufend Geld. Preisänderungen kommen zudem häufig schleichend.
Tipp: Überprüfen Sie einmal im Jahr Ihren Kontoauszug auf Entgelte und Zusatzleistungen, die Sie nicht nutzen. Wechseln Sie das Konto bei Bedarf: Der gesetzliche Kontowechselservice übernimmt die Umstellung kostenlos.
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Kostenfallen beim Girokonto: Teure, falsche Gewohnheiten
Für Sparer ist vor allem wichtig zu wissen: Die größten Kosten entstehen selten durch einen einzelnen Fehler, sondern durch Gewohnheiten - ein dauerhaft genutzter Dispo, zu viel ungenutztes Geld auf dem Konto und unkontrollierte Abbuchungen. Wer sein Girokonto regelmäßig prüft, spart spürbar.
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Häufige Fragen
Was kostet die Überziehung des Girokontos?
Die Zinsen für den Dispokredit liegen je nach Bank häufig zwischen etwa zehn und deutlich über zehn Prozent pro Jahr. Bei einer geduldeten Überziehung können zusätzliche Gebühren anfallen. Die genauen Konditionen finden Sie in Ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis.
Lohnt sich Tagesgeld, wenn ich Geld auf dem Girokonto habe?
Ja, sofern Sie das Geld nicht kurzfristig benötigen. Auf Tagesgeldkonten erhalten Sie in der Regel Zinsen, während das Girokonto meist keine oder nur geringe Zinsen bietet. Behalten Sie eine Liquiditätsreserve auf dem Girokonto und legen Sie den Rest an.
Was tun, wenn ich Geld an die falsche IBAN überwiesen habe?
Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank und bitten Sie um eine Rückholung. Die Bank kann den Empfänger bitten, den Betrag zurückzuüberweisen, hat dabei aber keine Garantie auf Erfolg. Gegebenenfalls ist eine Klärung über Anwalt oder Gericht nötig, daher sollten Sie Überweisungsdaten sorgfältig prüfen, bevor Sie diese bestätigen.