Die Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka will ab 2027 ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot anbieten. Die Konkurrenz ist schon jetzt hart.
Die DekaBank bringt sich für den Neustart der privaten Altersvorsorge in Stellung. Gemeinsam mit den Sparkassen will das Wertpapierhaus ab dem 1. Januar 2027 neue staatlich geförderte Depotlösungen anbieten.
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Deka bietet ab 2027 „maßgeschneiderte Altersvorsorge-Depotlösungen“
Die Reform öffnet die Altersvorsorge deutlich stärker für den Kapitalmarkt: Künftig können Sparer ihr Geld auch vollständig in Fonds und ETFs investieren, ohne die bisher vorgeschriebene Beitragsgarantie. Dazu gibt es eine staatliche Förderung - nun auch für Selbstständige - und einen vorgeschriebenen Kostendeckel bei einer Standardlösung.
Deka setzt dabei auf ihre traditionelle Stärke: die Verbindung aus Fondsmanagement, Sparkassen-Vertrieb und persönlicher Beratung. Auf der eigenen Informationsseite kündigt die DekaBank „maßgeschneiderte Altersvorsorge-Depotlösungen“ im DekaBank Depot an. Konkrete Produktnamen, eine vollständige Fondsauswahl und ein verbindliches Preisverzeichnis sind bislang jedoch nicht veröffentlicht. Auch die genaue Ausgestaltung des Deka-Standarddepots bleibt damit offen.
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Neues Altersvorsorgedepot: Harter Konkurrenzkampf - Neobroker drücken Preise
Der neue Vorsorgemarkt ist bereits vor dem Start hart umkämpft. Scalable Capital hat Ende August als einer der ersten Anbieter konkrete Konditionen genannt. Beim Standard-Depot sollen Konto, Depot, Sparpläne, Einzahlungen, Auszahlungen sowie Käufe und Verkäufe kostenlos sein. Im ersten Jahr will der Neobroker bei ausgewählten ETFs sogar die laufenden Produktkosten übernehmen. Anschließend sollen sie höchstens 0,15 Prozent pro Jahr betragen. Für Riester-Sparer kündigt Scalable zudem einen Wechselservice an.
Damit hat der Neobroker einen niedrigen Preisanker gesetzt. Quirion und Smartbroker versuchen bereits, ihn zu unterbieten. Quirion plant nach einem Bericht der WirtschaftsWoche mit zwei Vanguard-Indexfonds, deren laufende Kosten bei 0,07 beziehungsweise 0,08 Prozent liegen sollen. Smartbroker will ebenfalls auf depotseitige Gebühren verzichten und die ETF-Kosten zunächst vollständig übernehmen.
Deka wird den Preiswettbewerb spüren - Berichte über Billig-ETFs
Deka dürfte dem Preiswettbewerb nicht ausweichen können. Nach einem Bericht der “WirtschaftsWoche”, der sich auf Informationen des Branchendienstes Finanz-Szene stützt, soll ein neuer globaler Deka-Aktien-ETF rund 0,1 Prozent jährlich kosten. Für das Standard-Depot sei eine Vertragsebene von unter 0,5 Prozent im Gespräch. Bestätigt sind diese Details durch Deka bislang nicht.
Für Verbraucher ist der harte Wettbewerb eine gute Nachricht. Niedrige Gebühren können über Jahrzehnte einen erheblichen Unterschied machen und am Ende mehr Euros für die eigene Rentenkasse übrig lassen. Für viele Deutsche geht es aber bei der Depotwahl neben den Kosten auch um weitere Faktoren wie Auswahl, Risikosteuerung, Service und Auszahlungsmodalitäten.
Der Marktstart 2027 verspricht deshalb nicht nur einen Preiskampf, sondern auch einen Wettbewerb um Vertrauen. Neobroker haben schon den Preis gesetzt. Bei der Deka wird sich noch zeigen, was Sparkassen-Nähe und Beratung den Kunden wert ist - und wie stark die Bank an der Preisschraube drehen wird.
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Häufige Fragen
Wer ist die Deka?
Die DekaBank Deutsche Girozentrale ist das Wertpapierhaus der Sparkassen-Finanzgruppe. Sie entwickelt und verwaltet Investmentfonds, ETFs und weitere Anlageprodukte für private und institutionelle Anleger. Der Vertrieb erfolgt insbesondere über die Sparkassen – häufig verbunden mit Beratung vor Ort.
Was bietet Deka mit dem neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 an?
Die DekaBank will gemeinsam mit den Sparkassen ab dem 1. Januar 2027 staatlich geförderte Altersvorsorge-Depotlösungen anbieten. Anleger sollen damit über das DekaBank Depot in Fonds und ETFs investieren können. Die endgültige Produktpalette, die konkreten Kosten und die vollständigen Vertragsbedingungen stehen bislang noch nicht fest.
Wie hoch ist die staatliche Förderung beim neuen Altersvorsorgedepot?
Die staatliche Grundzulage kann bis zu 540 Euro pro Jahr betragen. Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag gibt es 50 Cent Zulage je eingezahltem Euro; für weitere Einzahlungen bis zu einem geförderten Eigenbeitrag von 1.800 Euro pro Jahr kommen 25 Cent je Euro hinzu. Zusätzlich sind eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr sowie ein einmaliger Berufseinsteigerbonus von 200 Euro möglich.