Ein etablierter Online-Broker der USA hat sein erstes Angebot in Europa präsentiert. Allerdings hat dieser Deal einen Haken.
Robinhood ist mit 23 Millionen Kunden einer der größten Online-Broker aus den USA. Jetzt wagt sich das Unternehmen auch nach Europa und haut direkt einen ersten Kracher raus: Fünf Prozent Rendite auf nicht investiertes Guthaben. Dennoch sollten Sparer hier nicht einfach blind zugreifen.
Darum sollten Anleger beim Robinhood-Deal aufpassen
Robinhood setzt in Europa auf Krypto und Stock Tokens. In den USA kommen weitere Optionen wie Kreditkarten und Banking hinzu. Somit liegt der Fokus hierzulande auf anderen Anlagethemen als beispielsweise bei Trade Republic. Anders als klassische Banken, legt der Broker ungenutzten Gelder nicht in Tagesgeldkonten, sondern in einen Geldmarktfonds an. Genauer in den JPM EUR Liquidity LVNAV Select (ISIN: LU2599140782). Dieser unterliegt einerseits Kursschwankungen, andererseits erzielte der Fonds im vergangenen Jahr eine Rendite von 1,58 Prozent. Damit Robinhood dennoch die versprochenen fünf Prozent bieten kann, stockt das Unternehmen die Rendite auf. Allerdings verlangt das Fintech-Unternehmen im Gegenzug eine Gebühr in Höhe von 0,5 Prozent auf die effektive Jahresrendite.
Das eigentliche Problem liegt aber in der Sicherheit von Robinhood. Hier greift lediglich der gesetzlich vorgeschriebenen Einlagenschutz durch die Zentralbank Litauen, der bis zu 22.000 Euro schützt. Somit sind Anlagen, die über dieser Summe leigen, nicht geschützt. Auch eine Kapitalertragsteuer führt der Broker nicht automatisch ab. Diese müssen Sparer selbst in ihrer Steuererklärung angeben. Wer also mehr Wert auf Sicherheit legt, sollte lieber eines der nachfolgenden Angebote wählen.
Passend dazu: Möchten Sie ohnehin in Aktien statt Krypto investieren, finden Sie im Depot-Vergleich von BÖRSE ONLINE eine große Auswahl an passenden Brokern.
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Robinhood im Vergleich: Sind diese Angebote tatsächlich besser?
Auf dem Markt gibt es zahlreiche Alternativen zu Robinhood. Sie alle bieten Vor- und Nachteile. Zwei davon finden Sie nachfolgend, da hier ebenfalls gerade spannende Aktionen starten:
XTB
Wer auf der Suche nach einer Allround-Lösung ist, sollte einen Blick auf XTB* werfen. Gehandelt werden können neben Aktien und ETFs auch Krypto, Optionen und CFDs. Allerdings sollten unerfahrene Anleger bei Letzteren Vorsicht walten lassen. Selbst das Unternehmen warnt davor, dass 74 Prozent der Kleinanlegerkonten Geld beim CFD-Handel verlieren. Aktuell bietet XTB 3,5 Prozent Zinsen* auf ungenutztes Guthaben und macht damit sogar den meisten Tagesgeldkonten Konkurrenz. Allerdings gilt dieses Angebot nur für Neukunden über einen Zeitraum von 90 Tage. Der maximale Einlagenbetrag ist auf 100.000 Euro begrenzt. Dies ist auch gleichzeitig die Summe, die über die Einlagensicherung geschützt ist.
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Scalable Capital
Deutlich bekannter als XTB ist Scalable Capital*. Der Online-Broker ermöglicht den Handel in Aktien, ETFs, Derivate, Fonds, Forex, Rohstoffe, Edelmetalle und Anleihen. Wer ein Depot eröffnet*, kann das Scalable-Tagesgeldkonto mit einer Verzinsung in Höhe von 2,5 Prozent p.a. als Referenzkonto nutzen. Allerdings unterscheidet das Unternehmen zwischen einem "Free"- und "Prime+"-Modell des Depots. Beim Free-Modell wird nicht genutztes Kapital teilweise in Geldmarktfonds investiert. Dafür zahlen Sie hier keine Kontoführungsgebühren. Außerdem deckt die Einlagensicherung nur Beträge bis zu 100.000 Euro ab. Möchten Sie mehr Geld investieren, ist die Prime-Variante empfehlenswert. Diese kostet zwar 4,99 Euro monatlich, schützt jedoch Gelder bis zu einer Höhe von 500.000 Euro.
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Ab dem 1. September 2026 können Scalable-Kunden zudem von einer pauschalen Ordergebühr profitieren. Der Online-Broker verlangt ab diesem Tag nur noch 1,99 Euro pro Xetra-Handel.
Wer sein ungenutztes Geld also nicht voll in einen Geldmarktfonds stecken möchte, sollte diese beiden Angebote vorziehen. Auch die Handelsmöglichkeiten sind bei XTB und Scalable deutlich breiter. Wer jedoch Wert auf einen Cash-/Krypto-Mix legt, kann Robinhood eine Chance geben. Möchten Sie nicht an der Börse investieren, finden Sie im Tagesgeld-Vergleich von BÖRSE ONLINE eine passende Alternative.
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheidet sich ein Geldmarktfonds von Tagesgeld?
Tagesgeld ist ein klassisches Bankprodukt mit Einlagensicherung, während ein Geldmarktfonds in kurzlaufende, meist sehr sichere Geldmarktinstrumente investiert. Dadurch kann das Ertragsprofil ähnlich wirken, das Risiko ist aber nicht identisch, weil der Fonds Kursbewegungen unterliegen kann.
Wie wichtig ist die Steuerautomatik bei einem Broker?
Sehr wichtig, vor allem für Anleger, die sich nicht selbst um Vorabpauschale, Kapitalerträge und Versteuerung kümmern möchten. Wenn ein Broker die Steuer nicht automatisch abführt, steigt zwar nicht zwingend das Anlage-Risiko, aber der Verwaltungsaufwand und die Fehleranfälligkeit nehmen deutlich zu.
Sind hohe Zinsen bei einem Broker wirklich wichtig?
Hohe Zinsen klingen zunächst attraktiv, sind aber nur ein Faktor im Gesamtbild. Entscheidend sind auch Sicherheit, Einlagensicherung, Steuerabführung und die Frage, wie flexibel und transparent das Geld tatsächlich angelegt wird.
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