Hierzulande gibt es etwa 25 börsennotierte Firmen, die ihre Dividenden 2026 ganz oder teilweise steuerfrei aus den Kapitalreserven zahlen. Ein Digitalunternehmen will auch Jahre nach dem Delisting an der Frankfurter Wertpapierbörse ohne Abzug ausschütten.
Details zur Dividendenzahlung
Auf der Hauptversammlung der Holidaycheck Group am 17. Juni 2026 soll eine Dividende in Höhe von 0,22 Euro pro Aktie beschlossen werden. Der Ex-Tag ist der 18. Juni. Die Dividende wird ab 22. Juni 2026 durch die depotführenden Banken ausgezahlt. Die Dividendenrendite liegt bei vergleichsweise hohen 4, 8 Prozent.
Steuerfreie Auszahlung
Die Dividende der Holidaycheck Group fließt 2026 steuerfrei. Die Ausschüttung erfolgt in vollem Umfang aus dem steuerlichen Einlagenkonto nach Paragraf 27 Körperschaftsteuer. Inländische Aktionäre erhaten die Gutschrift daher ohne Abzug von Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.
Keine Notierung mehr am regulierten Markt
Dabei gibt es eine Besonderheit: Das Unternehmen ist nicht mehr am regulierten Markt börsennotiert, Die HolidayCheck Group AG hat bereits Ende November 2021 ein erfolgreiches Delisting von der Frankfurter Wertpapierbörse vollzogen. Der Mehrheitseigner Burda Digital SE hatte damals die freien Aktionäre abgefunden.
Restaktien werden aber weiterhin im Freiverkehr, etwa an der Börse Hamburg, gehandelt. Dort können Anleger ihre Holidaycheck-Anteile veräußern. Da das Handelsvolumen im Freiverkehr erfahrungsgemäß gering ist, sollten Aktionäre ein Verkaufs-Limit nahe am aktuellen Kursniveau setzen.
Steuerlicher Hintergrund
Vollständige Steuerfreiheit der Ausschüttung bedeutet: Die Dividende wird ohne Abzug von Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ausbezahlt. Basis für diese rechtliche Gestaltung sind bilanzrechtliche Umstrukturierungen in der Vergangenheit.
Das Einlagekonto hat steuerlich die Funktion, dass die von den Anteilseignern geleisteten Gesellschaftereinlagen von den durch die Gesellschaft selbst erwirtschafteten Gewinnen getrennt werden. Aktionäre bekommen so die Ausschüttung „brutto für netto“ auf ihr Depot-Verrechnungskonto überwiesen, ohne dass der Sparpauschbetrag (1000 Euro Singles, 2000 Euro zusammenveranlagte Partner) belastet wird.
Dauerhafte Steuerfreiheit
Langfristig profitieren bei Ausschüttungen von Einlagekonten nur Anleger, die entsprechende Dividendenpapiere bereits vor Einführung der Abgeltungsteuer 2009 gekauft haben: Sie kassieren bei späteren Verkäufen Kursgewinne ohne Abzug steuerfrei. Bereits im Jahr 2003 wurde Holidaycheck Group erstmals im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet.
Steuerstundungs-Effekt
Alle Aktionäre, die später, also seit 2009, eingestiegen sind, erzielen bei Dividendenzahlungen vom Einlagekonto zumindest einen „Steuerstundungs“-Effekt: Beim Verkauf werden die steuerfreien Ausschüttungen vom Kaufkurs abgezogen, die Differenz zwischen reduziertem Einstandspreis und Verkaufskurs ist dann kapitalertragsteuerpflichtig.
Zum Unternehmen
Die HolidayCheck Group ist ein europäisches Digitalunternehmen. Hauptaktionär des Unternehmens ist Hubert Burda Media. Zur Gruppe gehören das Hotelbewertungs- und Reisebuchungsportal HolidayCheck sowie das Mietwagenportal MietwagenCheck.