Postbank-Kunden werden derzeit wieder mit gefälschten E-Mails unter Druck gesetzt. Die Nachricht fordert zur Bestätigung persönlicher Daten auf – bis spätestens Ende dieser Woche. Doch wer reagiert, öffnet sein Konto für Betrüger.
Eine E-Mail mit dem Betreff „Daten bestätigen für Ihr Konto jetzt“ sorgt derzeit für Unsicherheit unter Kunden der Postbank. Die Nachricht scheint von der Postbank selbst zu stammen. Darin werden Empfänger aufgefordert, ihre persönlichen Angaben zu prüfen, damit sie die BestSign-App weiterhin nutzen können. Mit dieser geben Kunden bei der Postbank ihre Aufträge im Onlinebanking frei.
Die vermeintliche Prüfung soll innerhalb weniger Tage erfolgen, oft ist vom 16. September 2026 die Rede oder einem anderen Datum in dieser Woche. Die knapp gesetzte Frist soll Empfänger zu einer schnellen Reaktion bewegen, und genau das ist das erste Alarmsignal und ein Hinweis auf eine typische Phishing-Mail: Kriminelle erzeugen gerne Zeitdruck, damit Betroffene in der Hektik sämtliche Sicherheitsbedenken ausblenden.
So sieht die Masche aus
Besonders perfide ist, dass in der Mail zunächst selbst vor Gefahren gewarnt wird. Persönliche Daten sollten niemals über Links aus E-Mails eingegeben werden, heißt es darin. Direkt darunter findet sich dann jedoch ein Link zu angeblichen „Sicherheitshinweisen“. Schon dieser Link kann auf eine gefälschte Internetseite führen, auf der Zugangsdaten und weitere persönliche Informationen abgefragt werden, warnt die Verbraucherzentrale.
Typische Warnsignale bei Phishing-Mails
Die Verbraucherschützer nennen mehrere Warnsignale, auf die Kunden beim Empfang solcher Mails immer achten sollten:
• eine unseriöse Absenderadresse
• eine fehlende persönliche Anrede
• die angedeutete Einschränkung der Online-Funktion schon in Kürze
• sowie die Aufforderung, persönliche Daten zu bestätigen
Auch der Link in der Nachricht deutet auf ein Risiko hin. Normalerweise schreibt eine Bank ihre Kunden nicht per Mail an, sondern kontaktiert sie über das Postfach im Login-Bereich des Onlinebankings.
Was Postbank-Kunden tun sollten
Wer eine solche E-Mail erhält, sollte weder den Link anklicken noch antworten oder persönliche Daten eingeben. Am sichersten ist es, die Nachricht unbeantwortet in den Spam-Ordner zu verschieben. Auch Anhänge sollten nicht geöffnet werden.
Wer tatsächlich seine Zugangsdaten zur BestSign-App prüfen möchte, sollte dafür ausschließlich die offizielle Postbank-App verwenden. Die Postbank weist selbst darauf hin, dass sie niemals per E-Mail zur Eingabe sensibler Zugangsdaten über einen Link auffordert.
BestSign-Freigaben genau prüfen
BestSign dient bei der Postbank dazu, Online-Banking-Aufträge auf einem zweiten Freigabeweg zusätzlich abzusichern. Bei einer Überweisung werden zunächst alle Details des Auftrags in der App oder auf dem BestSign-Gerät angezeigt. Nutzer sollten eine Freigabe deshalb niemals automatisch bestätigen, sondern sich immer vergewissern, dass in BestSign auch der gewünschte Betrag und ein bekannter Empfänger auftauchen. Sonst stimmt etwas nicht. Das gilt natürlich erst recht, wenn die Aufforderung zu einer Freigabe über BestSign im Handy auftaucht, ohne dass der Kunde zuvor eine Überweisung oder eine andere Transaktion gestartet hat.
Wer bereits auf den Link geklickt oder Daten eingegeben hat, sollte sofort die Postbank informieren – über einen offiziellen Kontaktweg – und den Online-Banking-Zugang sperren lassen. Betroffene sollten außerdem Kontobewegungen prüfen, Beweise wie E-Mails und Screenshots sichern und bei einem finanziellen Schaden Anzeige erstatten.
Wann die Bank haften muss
Ob eine Bank einen durch Phishing entstandenen Schaden ersetzen muss, hängt vom Einzelfall ab. Entscheidend ist unter anderem, ob eine Zahlung tatsächlich nicht autorisiert war und ob der Kunde grob fahrlässig gehandelt hat. Eine BestSign-Freigabe darf nicht ungeprüft erteilt werden. Wer den Betrug bemerkt, sollte deshalb unverzüglich handeln und die Bank informieren.
Vor allem große Banken mit vielen Kunden geraten immer wieder ins Visier von Phishing-Attacken. Manch Kund nenervt das so sehr, das sie deshalb lieber die Bank wechseln. Die Institute mit den besten Girokonten finden Sie hier im Girokonto-Vergleich von BÖRSE ONLINE.