Die jüngsten 13F-Meldungen zum SPDR Gold Shares liefern interessante Einblicke in die Positionierung großer institutioneller Anleger. Besonders auffällig: Mehrere namhafte Banken sind im zweiten Quartal 2026 neu beim weltgrößten physisch besicherten Gold-ETF eingestiegen oder haben ihre Bestände kräftig erhöht.
13F-Filings sind Pflichtmeldungen an die US-Börsenaufsicht SEC. Institutionelle Investmentmanager, die mindestens 100 Millionen Dollar in bestimmten meldepflichtigen Wertpapieren verwalten, müssen ihre Bestände regelmäßig offenlegen. Dazu zählen unter anderem Banken, Versicherungen, Vermögensverwalter und Pensionsfonds. Die Meldungen enthalten beispielsweise die gehaltenen Wertpapiere, Stückzahlen und deren Marktwert zum Quartalsende. Für das zweite Quartal endete die Meldefrist am 14. August 2026. Anleger erhalten dadurch einen interessanten, allerdings zeitverzögerten Blick in die Portfolios professioneller Investoren.
13F-Filings zeigen Goldpositionen institutioneller Investoren
Bei der Interpretation ist deshalb Vorsicht angebracht: Die aktuellen Daten zeigen den Stand vom 30. Juni 2026 und nicht die heutige Positionierung. Zudem lässt sich aus einem 13F-Filing nicht erkennen, aus welchem Grund eine Position gehalten wird oder ob sie Teil einer Absicherungs- oder Handelsstrategie ist.
Dennoch liefert der Vergleich mit Ende März interessante Erkenntnisse. Laut 13F.info sank der gemeldete Marktwert der SPDR-Gold-Shares-Positionen von 53,8 Milliarden auf 47,6 Milliarden Dollar. Die Zahl der meldenden Investoren ging ebenfalls zurück – von 3.375 auf aktuell 3.161. Gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der gemeldeten GLD-Anteile von rund 126,3 Millionen auf 129,8 Millionen. Der niedrigere Marktwert ist somit vor allem vor dem Hintergrund des gefallenen Gold- beziehungsweise GLD-Preises zu betrachten. Die Investoren, die engagiert blieben beziehungsweise hinzukamen, hielten Ende Juni insgesamt jedoch mehr Anteile als drei Monate zuvor.
Morgan Stanley und weitere Banken steigen bei Gold-ETF ein
Besonders aufschlussreich ist ein Blick auf die 50 größten gemeldeten Positionen. Den mit Abstand spektakulärsten Neueinstieg meldete Morgan Stanley. Ende März war in der Vergleichstabelle keine GLD-Position ausgewiesen, Ende Juni waren es knapp 10,75 Millionen Anteile. Damit rückte das Institut auf Anhieb hinter Bank of America, die ihre Position mit rund 11,02 Millionen Anteilen nahezu unverändert ließ.
Weitere prominente Neueinsteiger waren die Bank of Montreal mit rund 1,25 Millionen Anteilen und die japanische Mizuho Bank mit 810.000 Anteilen. Hinzu kamen die Bank of Korea mit knapp 680.000 sowie der Finanzdienstleister Virtu Financial mit rund 431.000 Anteilen. Die Daten zeigen damit, dass während der heftigen Goldpreiskorrektur mehrere bedeutende institutionelle Adressen erstmals mit größeren Positionen in der aktuellen 13F-Vergleichstabelle auftauchten.
Auch unter den bereits investierten Großanlegern gab es bemerkenswerte Aufstockungen. UBS erhöhte ihren Bestand um rund 514.000 auf 7,10 Millionen ETF-Anteile, ein Plus von acht Prozent. Citigroup baute ihre Position sogar um 28 Prozent beziehungsweise rund 464.000 Anteile auf 2,13 Millionen Stück aus. Cambridge Investment Research Advisors erhöhte den Bestand um knapp 560.000 auf 1,14 Millionen Anteile und damit um 96 Prozent. Prozentual noch spektakulärer war Allie Family Office: Die Position sprang von knapp 25.000 auf mehr als 717.000 Anteile.
Nicht alle Großbanken stockten ihre ETF-Bestände auf
Das Bild ist allerdings keineswegs einheitlich. Einige Schwergewichte nutzten das zweite Quartal zum Abbau ihrer Positionen. JPMorgan Chase reduzierte seinen Bestand um rund 468.000 beziehungsweise 19 Prozent auf 1,97 Millionen Anteile. Barclays verringerte die Position um rund 431.000 Anteile oder 22 Prozent. Goldman Sachs verkaufte gut 305.000 Anteile und hielt Ende Juni noch 1,77 Millionen Stück. Bracebridge Capital baute seine Position sogar um 34 Prozent beziehungsweise 320.000 Anteile ab.
Fazit: Summa summarum fällt der Quartalsvergleich bemerkenswert aus. Trotz des schwierigen zweiten Quartals stieg die gemeldete Zahl der gehaltenen SPDR-Gold-Shares-Anteile um rund 3,55 Millionen beziehungsweise 2,8 Prozent. Zugleich nutzten mehrere international bedeutende Finanzadressen die Schwächephase für einen Neueinstieg oder eine Aufstockung. Das spricht zumindest dafür, dass professionelle Investoren Gold nach der kräftigen Korrektur keineswegs abgeschrieben haben. Bei einigen großen Banken und Vermögensverwaltern scheint das niedrigere Preisniveau vielmehr wieder auf Kaufinteresse gestoßen zu sein.
Lesen Sie auch:
Goldpreis Prognosen: So hoch steht das Edelmetall am Jahresende, sagen Analysten
Oder:
Ist jetzt der beste Zeitpunkt um Gold und Silber zu kaufen?