(neu: Überschrift, aktuelle Kursentwicklung und zeitliche Einordnung Kurstief, Aktienkäufe des Unternehmenschefs)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von CTS Eventim haben am Mittwoch nach dem tiefsten Stand seit November 2022 wieder etwas Boden gutgemacht. Am Nachmittag grenzten sie im Einklang mit einer Marktstabilisierung bei 51,40 Euro ihr Minus auf knapp 9 Prozent ein. Als hilfreich erwies sich auch eine Pflichtmeldung an der Börse, wonach Unternehmenschef Klaus-Peter Schulenberg für rund zehn Millionen Euro CTS-Aktien zu einem Stückpreis von 51,93 Euro erworben hat.

Davor hatte die Nachricht, dass Finanzchef William Willms mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand ausscheidet, dem Ticket- und Eventvermarkter einen Kursrutsch von bis zu 14,5 Prozent eingebrockt. Dieser hatte sein Amt erst mit Wirkung zum Jahresbeginn angetreten. Übergangsweise sollen seine Aufgaben vom bisherigen Vize im Finanzressort, Philipp Knigge, übernommen werden. Angaben zu möglichen Gründen für Willms' Abschied machte das Unternehmen bisher nicht.

Laut Expertin Lara Simpson von JPMorgan kam die Personalie unerwartet. Sie werfe Fragen auf, was die operative Entwicklung, die strategische Richtung und die Unternehmenskommunikation betreffe. Simpson glaubt, dass das entstehende Führungsvakuum den Aktienkurs einige Zeit belasten dürfte.

Die Analystin sieht darin aber vor allem die Bestätigung, dass es dem Konzernlenker Schulenberg und dem Aufsichtsrat mit der Beschleunigung der Geschäftsdynamik und einer höheren Wertschöpfung ernst ist. Sie erwartet von dem Unternehmen mit Blick auf das Jahresende und 2027 eine verbesserte operative Aufstellung und mehr Flexibilität, was die Kapitalverteilung betrifft. Dies spiegele sich in der Bewertung der von ihr positiv beurteilten Aktien noch nicht wider.

Analyst Henrik Paganetty von Jefferies zeigte sich in einem ersten Kommentar gespannt, welchen Einfluss die Personalie auf den Kapitalmarkttag im November haben könnte. Dazu habe es in der Mitteilung noch keine Aussagen vom Unternehmen gegeben./tih/gl/he

Quelle: dpa-Afx