FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Erholungsrally bei Heidelberger Druck setzt sich am Donnerstag fort. Während die Anleger am Gesamtmarkt eher vorsichtig blieben, wagten die Titel des Druckmaschinenherstellers einen Ausbruchsversuch über ihre 100-Tage-Linie. Diese ist ein mittelfristiger technischer Trendindikator. Vorherige Versuche im April und Mai waren zuletzt gescheitert.

Am späten Vormittag bewegten sich die Titel mit mehr als sechs Prozent im Plus, nach einem Spitzenanstieg am Morgen von 12 Prozent. Nachdem die Aktien schon am Vortag deutlich angezogen waren, haben sie nun binnen zwei Tagen in der Spitze um mehr als 18 Prozent zugelegt. Anleger setzen dabei wohl auf neue Wachstumschancen, etwa in der Verteidigung.

Analyst Martin Schnee vom Baader-Partner Alphavalue attestierte dem Unternehmen am Donnerstag einen voranschreitenden Übergang in eine bessere Zukunft. "Gewonnene Großaufträge im Verteidigungsgeschäft bieten zweifellos zusätzliches Aufwärtspotenzial und sorgen für mehr Transparenz hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten", kommentierte sein Kollege Stefan Augustin von Warburg Research.

Heidelberg will Märkte in den Bereichen Sicherheit, Verteidigung, Energie und Ladeinfrastruktur erschließen. Dafür sind hohe Investitionen notwendig, die laut Analyst Schnee im laufenden Geschäftsjahr zu einem negativen freien Mittelzufluss führen. Das Management plane hier aber mit einer Wende in den kommenden Jahren.

Schnee glaubt, dass die Pläne strategisch sinnvoll sind. Allerdings müsse das Unternehmen bedacht vorgehen wegen begrenzter Barmittel-Ressourcen und hoher Kosten für externe Finanzierungen. Er verwies auch auf das Gemeinschaftsunternehmen Onberg, in dem die Heidelberger gemeinsam mit dem US-israelischen Technologieunternehmen Ondas Drohnenabwehrsysteme bauen wollen.

Warburg-Fachmann Augustin erwartet vom Onberg-Projekt weitere positive Nachrichten, nachdem das Management auf der Fachmesse ILA auf eine bevorstehende Absichtserklärung mit einem ukrainischen Drohnenpartner hingewiesen habe. Mit seinem "Hold"-Votum bleibt er aber vorsichtig, da höhere operative Margen notwendig seien, um eine nachhaltige Cashflow-Besserung zu ermöglichen./tih/edh/jha/

Quelle: dpa-Afx