FRANKFURT (dpa-AFX) - Anleger haben Schaeffler
Der Umsatz hatte im dritten Quartal stagniert, während die bereinigte Marge auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) gesunken war. Im verlustreichen Geschäft mit der E-Mobilität entschied sich Schaeffler zudem, Sonderabschreibungen und Rückstellungen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich vorzunehmen. Die Prognose für das laufende Jahr sowie die Mittelfristziele für 2028 wurden zugleich bestätigt.
Laut Jefferies-Analystin Vanessa Jeffriess überrascht es kaum, dass allmählich auch Autozulieferer unter Druck kommen, da sich die Schwäche europäischer Autohersteller in China bei diesen bislang kaum bemerkbar gemacht hatte. Dabei ergänzte sie, dass Umsatz und operatives Ergebnis (Ebit) zwar ihren Erwartungen entsprochen, aber zugleich unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen (Konsens) gelegen hätten. Eine gewisse Erleichterung dürfte ihr zufolge die bestätigte Prognose für 2026 sein, "insbesondere vor dem Hintergrund der branchenweiten Reaktion auf die gesenkten Jahresziele des französischen Autozulieferers OPMobility in der vergangenen Woche".
Analyst Jose Asumendi von JPMorgan sieht den entscheidenden Punkt im Zahlenwerk von Schaeffler in der einmaligen Sonderbelastung im Bereich E-Mobilität. "Sie resultiert aus Wertminderungen und Rückstellungen im Zusammenhang mit rückläufigen Projektvolumina europäischer Autohersteller - insbesondere in China - sowie aus der Portfoliobereinigung in Teilen des Thermomanagements." Das Management habe diesen Schritt als proaktive Reduzierung von Bilanzrisiken und Abbau von Überkapazitäten bezeichnet, wodurch die Rentabilität in den kommenden Jahren rechnerisch steigen und das Ziel unterstützt werde, im Bereich Elektromobilität die Gewinnschwelle zu erreichen, ergänzte er.
Unabhängig davon habe Schaeffler aber auch von einer fortgesetzten Dynamik im Geschäftsfeld Humanoide Robotik berichtet, hob der JPMorgan-Experte hervor. Dabei verwies er darauf, dass im dritten Quartal zwei neue Kunden aus der Region Greater China hinzugekommen seien und der Auftragsbestand auf rund 400 Millionen Euro gestiegen sei./ck/nas
Quelle: dpa-Afx