FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Siemens Energy haben sich am Dienstag einer Erholung von Profiteuren des KI-Megatrends angeschlossen. Am Vormittag stieg der Kurs von Siemens Energy um 1,9 Prozent - nach einer erneuten Schwächeperiode, die vor gut einer Woche bei Werten aus dem KI-Bereich begonnen hatte. Bei Siemens Energy speziell sorgte ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg für Aufmerksamkeit, wonach der Energietechnik-Konzern derzeit einen möglichen Verkauf des Dampfturbinengeschäfts vorantreibt.

Der Energietechnikkonzern profitiert stark vom Strombedarfs der KI-Anwendungen und dem Ausbau von Rechenzentren-Kapazitäten. Anleger hinterfragten zuletzt aber die Nachhaltigkeit und Rentabilität der hohen Investitionen vieler Techkonzerne in den KI-Infrastrukturausbau mehr und mehr. Kritische Themen sind dabei auch steigende Kosten, hoher Finanzierungsbedarf und die zuletzt erhöhten Marktzinsen.

Ein Ölpreisrückgang - hohe Ölpreise hatten zuletzt Inflations- und damit Kostensorgen genährt - hatte am Dienstag schon im Asien-Handel eine Erholung eingeleitet, die sich auch bei Chipwerten zeigte. Aktien wie SK Hynix und Samsung hatten in Seoul ihre vorherigen Verluste aufgeholt.

Experten der UBS erhöhten zudem ihre Prognose für weltweite KI-Investitionen im kommenden Jahr auf 1,2 Billionen US-Dollar - den Angaben zufolge sind das rund 15 Prozent mehr als bislang prognostiziert.

Mit Blick auf Siemens Energy berichtete Bloomberg unter Berufung auf Kreise, dass die US-Investmentbank Goldman Sachs engagiert worden sei, um bei der Veräußerung eines Mehrheitsanteils der Sparte "Transformation of Industry (ToI)" zu unterstützen, die neben Dampfturbinen auch das Geschäft mit Generatoren und Kompressoren umfasst. Zahlreiche Private-Equity-Gesellschaften prüften mögliche Angebote für den Bereich, der bei einem Anteilsverkauf mit mehr als zehn Milliarden Euro bewertet werden könnte, hieß es weiter.

Händler schrieben in ersten Kommentaren, solche Überlegungen seien erst einmal nicht neu. Berichte über eine Abspaltung der Sparte hatte es im Juni schon gegeben - mit dem offensichtlichen Ziel, sich stärker auf das Thema Elektrifizierung zu konzentrieren. Positiv für die Stimmung seien aber Hinweise zum Unternehmenswert. Analyst Colin Moody von RBC hatte den Wert der Sparte im Juni niedriger auf bis zu acht Milliarden Euro kalkuliert./tih/ajx/mis

Quelle: dpa-Afx