FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Stabilus orientieren sich am Montag wieder abwärts in Richtung des jüngsten Rekordtiefs. Eine Erholung um fast ein Drittel, die es binnen zwei Wochen gegeben hatte, erhielt einen kräftigen Rückschlag: Am Morgen wurden die Aktien bis zu 7 Prozent unter ihrem Xetra-Schlusskurs vom Freitag gehandelt. Der Grund: Finanzchef Andreas Jaeger hatte um eine sofortige Auflösung seines Vertrags gebeten. Dies verunsicherte die Anleger. Zuletzt war der Abschlag mit 16,06 Euro noch 6,5 Prozent groß.

Der Aufsichtsrat kam der Bitte Jaegers "mit Bedauern und im gegenseitigen Einvernehmen" nach. Nach weniger als einem Jahr Amtszeit hinterlässt der Manager damit vorübergehend wieder ein Vakuum in der Führungsriege. Die Verantwortung für das Finanzressort übernehme bis zur Neubesetzung interimistisch der Vorstandsvorsitzende Michael Büchsner, hieß es. Jaeger hatte seinen Job erst am 1. November 2025 angetreten.

Ein Börsianer zeigt sich am Morgen überrascht und enttäuscht. Sein Eindruck sei gewesen, dass Jaeger in seiner kurzen Amtszeit dazu beigetragen habe, die finanzielle Entwicklung zu stabilisieren. Ein weiterer Händler sieht darin eine Wiederholung einer ähnlichen Situation im Februar 2025, als Jaegers Vorgänger Stefan Bauerreis um die vorzeitige Auflösung seines Vertrages gebeten hatte. Schon damals hatte Firmenchef Büchsner das Aufgabengebiet kommissarisch mit übernommen.

Die Zeiten für die Stabilus-Anleger bleiben damit von Unsicherheit geprägt. Im Juli hatte das Unternehmen seine Prognosen eingeengt und den Kurs im Anschluss mit 13,18 Euro auf ein Rekordtief gedrückt. Hoffnungsschimmer gab es anschließend mit einer vermeldeten Kooperation im Robotik-Bereich und einer Kaufempfehlung des Analysehauses MWB. Diese trugen in der Zwischenzeit zur Erholungsrally bei.

Das Rekordhoch von Stabilus liegt mit 89,35 Euro viele Jahre zurück. Anfang 2024 wurden noch Kurse jenseits der 60 Euro bezahlt. Kleinere Schwankungen außen vor gelassen, befinden sich die Aktien seither auf steiler Talfahrt. Auch die zuletzt deutliche Erholung konnte den seit zwei Jahren bestehenden Abwärtstrend nicht brechen./tih/ajx/men

Quelle: dpa-Afx