SEOUL/TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI (dpa-AFX) - Die asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag Verluste verzeichnet. Damit folgten sie schwachen Vorgaben von der Wall Street. Die wegen des Nahost-Konflikts deutlich gestiegenen Ölpreise schürten bei den Anlegern weiter Inflations- und Zinsängste.

Nach der erwarteten Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag richten sich die Blicke nun auf die US-Notenbank. Am Markt herrscht die Ansicht vor, dass die am Nachmittag zur Veröffentlichung anstehenden US-Inflationsdaten darüber entscheiden könnten, ob die Fed die Zinsen in der kommenden Woche ebenfalls anheben wird. Eine Indikation dafür gaben die am Donnerstag veröffentlichten Erzeugerpreise, deren Anstieg sich im August beschleunigte.

"Es handelt sich um eine breit angelegte Risk-off-Bewegung an den asiatischen Märkten", so Mohit Mirpuri von SGMC Capital. "Angesichts der heute anstehenden US-Verbraucherpreisdaten sind die Anleger verständlicherweise zurückhaltend, größere Risiken einzugehen."

Die Ölpreise sind in der Nacht zu Freitag angesichts weiterer Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus und nach neuen Gefechten zwischen jemenitischen Huthi-Milizen und saudisch unterstützten Kräften deutlich gestiegen, stabilisierten sich zuletzt aber wieder auf hohem Niveau. Brent-Rohöl hat sich seit Jahresbeginn um fast 80 Prozent verteuert.

In Tokio fiel der Nikkei 225 deutlich um 1,9 Prozent auf 64.011,35 Punkte.

An der Börse in Südkorea sah es nicht viel besser aus. Der technologielastige Leitindex Kospi verlor 1,8 Prozent auf 6.909,91 Zähler. Die Aktie des Index-Schwergewichts Samsung Electronics büßte 3,5 Prozent ein.

An den chinesischen Börsen lag der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten an Chinas Festlandbörsen zuletzt 0,9 Prozent im Minus. Der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong fiel um 0,7 Prozent.

In Australien schloss der S&P ASX 200 0,9 Prozent tiefer./err/stk

Quelle: dpa-Afx