PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Dienstag von der Stärke defensiver Werte profitiert. "Angesichts der schwelenden Nahost-Risiken, geldpolitischer Fragezeichen und zunehmend kritischer Fragen rund um die hohen Erwartungen an die KI-Branche wirken neue Bestmarken für viele Anleger erklärungsbedürftig", beschrieb Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research, die Marktlage. Entsprechend wachse die Neigung, zunächst Kasse zu machen.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
Während Technologiewerte unter Druck standen, flossen Mittel in andere Sektoren. So waren defensive Branchen wie Pharma und Nahrung gefragt. Noch stärker entwickelten sich die Autowerte. Hier gewannen etwa Renault
Der Sektor profitierte damit von Umschichtungen. Analyst Christian Frenes von Goldman Sachs hält zudem schwache Branchendaten aus dem Juni für aufschlussreich. Die Zahlen hätten gezeigt, dass die chinesische Konkurrenz immer stärker auf den Markt dränge und kollektiv schneller Anteile abgrabe. Dies wiederum könnte nicht nur Hersteller, sondern auch die Politik unter Druck bringen und zu größerem Protektionismus veranlassen.
Zu den stärkeren Werten gehörten auch Carrefour
Unter den ansonsten unspektakulären Ölwerten zogen Shell
Am Ende des Felds rangierten dagegen die Halbleiterwerte. Eigentlich solide Zahlen von Samsung
Doch nicht nur das belastete. "Am 10. Juli wagt der koreanische Chip-Gigant SK Hynix den Sprung an die Nasdaq - mit einem Emissionsvolumen von über 28 Milliarden US-Dollar. Das dürfte bei vielen Investoren und ETFs für Umschichtungen innerhalb des Halbleitersektors sorgen", fügte Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets hinzu./mf/jha/
Quelle: dpa-Afx