PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europäischen Börsen haben ihre Verluste am Mittwoch etwas ausgebaut. Der September als schwieriger Börsenmonat wurde damit seinem Ruf bislang gerecht. "Insgesamt fürchten die Märkte eine Gemengelage aus schwächerer Konjunktur und hartnäckiger Inflation", hieß es von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Der bange Blick gilt daher der Renditeentwicklung an den Anleihemärkten. "Die Renditen der größten Schuldner aus dem Euroraum, Frankreich und Italien, haben sich inzwischen über der Vier-Prozent-Marke festgesetzt", so die Experten der LBBW.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor am Mittag 0,47 Prozent auf 6.339,13 Punkte. Außerhalb des Euroraums sank der Schweizer Leitindex SMI um 0,31 Prozent auf 14.290,03 Punkte, während der britische FTSE 100 um 0,56 Prozent auf 10.728,68 Zähler nachgab.

Stärkster Sektor waren die Banken. Unter den Standardwerten aus dem Segment ragten Deutsche Bank und ING heraus. Beide profitierten von Analystenkommentaren. Nach der Kaufempfehlung von Goldman Sachs setzten die Aktien der Deutschen Bank ihre jüngste Gewinnserie fort und gewannen ein Prozent. ING kletterten um 1,8 Prozent, nachdem Morgan Stanley die Einstufung auf "Overweight" angehoben hatte.

Ölwerte lagen dagegen trotz weiter steigender Ölpreise im Minus. "Darin spiegelt sich die Erwartung einer potenziellen Beruhigung an den Energiemärkten wider", merkte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets an. Auch Technologiewerte schwächelten. Sie litten damit unter den Vorgaben aus Asien und den USA.

Noch stärker lagen Einzelhandelsaktien im Minus. Hier belasteten die herrschenden Konjunktursorgen und das befürchtete Szenario einer Stagflation. Gefragt waren dagegen L'Oreal . Mit einem Plus von einem Prozent profitierten sie von einer Hochstufung durch Exane BNP auf "Outperform"./mf/stk

Quelle: dpa-Afx