PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas Börsen haben am Freitag weiter nachgegeben. Schwache US-Vorgaben und hohe Energiepreise zügelten einmal mehr die Notierungen. "Steigende Ölpreise und das Meta-Debakel haben den Nasdaq 100 erneut um fast drei Prozent nach unten geschickt", merkte Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets an. Die hohen Investitionen des US-Unternehmens in Künstliche Intelligenz verstärkten Sorgen, dass die Ausgaben schneller stiegen als die Erträge.
Der EuroStoxx 50 verlor am Mittag 0,69 Prozent auf 6.044,88 Punkte. Auch außerhalb des Euroraums ging es nach unten. Der Schweizer Leitindex SMI sank um 0,68 Prozent auf 14.448,00 Punkte, der britische FTSE 100 gab um 0,55 Prozent auf 10.666,04 Punkte nach.
Schwächster Sektor waren die Autowerte. Desaströse Geschäftszahlen bescherten den Aktien von Volvo Cars einen Einbruch von 26 Prozent. Das Unternehmen war im dritten Quartal tief in die Verlustzone gerutscht. Auch der Nutzfahrzeughersteller Volvo AB konnte die Anleger mit seinem Quartalsbericht nicht überzeugen. Die Aktie sank um ein Prozent.
Mit den Zahlen von Kering kam es erneut zu einer negativen Überraschung im Luxussegment. Die Aktie büßte wegen der Lage bei der wichtigen Marke Gucci 11,7 Prozent ein. Auch andere Werte des Sektors schwächelten. Einen Lichtblick gab es dagegen von L'Oreal , deren Aktien sich mit den Luxuswerten im Sektor der Konsumgüter befinden. Hier ging es um 4,7 Prozent nach oben. Die Analysten von Jefferies bezeichneten die Zahlen zum dritten Quartal als beeindruckend. Der Kosmetikkonzern habe die Konsensschätzungen deutlich übertroffen.
Bau- und Baustoffwerte zeigten sich dagegen vergleichsweise stabil. Sie profitierten von den Kursgewinnen von Holcim , die nach ihren Quartalszahlen um sechs Prozent anzogen. Die Analysten von Goldman Sachs hoben die starke operative Entwicklung trotz eines schwierigen Marktumfelds hervor.
Die Berichte anderer Unternehmen des Sektors kamen dagegen nicht so gut an. Während die Aktien von Vinci auf der Stelle traten, ging es für Sika um 1,7 Prozent abwärts. Dem Bericht des Bauchemiekonzerns gewannen die Analysten von Baader zwar positive Aspekte ab, doch das China-Geschäft lasse zu wünschen übrig. Die Zahlen des französischen Infrastrukturunternehmens bezeichneten die Experten von Jefferies dagegen als unspektakulär.
Angesichts weiter gestiegener Ölpreise lagen die Ölwerte an der Spitze der Einzelsektoren. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hatte nach eigenen Angaben das saudische Verteidigungsministerium in Riad angegriffen, womit sich die Lage weiter verschärft hatte. Aktien von Eni gewannen nach neuen Zahlen über vier Prozent. Die Analysten von JPMorgan attestierten dem italienischen Konzern ein weiteres starkes Quartal. Zudem hatte Eni den Aktienrückkauf aufgestockt./mf/stk
Quelle: dpa-Afx