FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei fallenden Ölpreisen dürfte der Dax am Mittwoch sein Vortageshoch ansteuern. Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex ein Plus von 0,5 Prozent auf 25.717 Punkte.

Tags zuvor hatte sich die Dax-Erholung exakt an seiner 50-Tage-Durchschnittslinie festgelaufen, die den mittelfristigen Trend beschreibt. Letztlich hatte das Börsenbarometer kaum verändert geschlossen.

Für Schwung sorgt, dass erstmals seit Monaten wieder Vertreter der Kriegsparteien USA und Iran zu Verhandlungen zusammengekommen sind. Neben Frieden hoffen die Anleger vor allem auf eine deutliche Entspannung am Ölmarkt.

Die Sorge über die Folgen einer längeren Blockade von Öllieferungen durch die Straße von Hormus hatte den Preis für Rohöl der Sorte Brent in der vergangenen Woche zeitweise bis an die Marke von 110 Dollar getrieben. Dies hatte die Furcht vor Inflation geweckt, die von den Notenbanken mit Zinserhöhungen beantwortet werden muss. Höhere Zinsen aber lassen Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren weniger attraktiv erscheinen. Inzwischen liegt der Preis wieder klar unter 100 Dollar.

Für gute Laune sorgt auch der Blick auf den technologielastigen US-Index Nasdaq 100 . Dieser kletterte erstmals seit Juni wieder auf ein Rekordhoch.

Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, bleibt gleichwohl skeptisch: "Die politische Unsicherheit in Deutschland lässt internationale Anleger derzeit einen großen Bogen um deutsche Aktien machen." Man fordere Gewissheit, dass die politische Stabilität auf Bundesebene gewahrt bleiben kann, nachdem die regierenden Parteien auf Landesebene herbe Wahlniederlagen erlitten haben.

Unter den Einzelwerten steht unter anderem Siltronic im Blick. Wacker Chemie hat seinen Anteil an dem Hersteller von Halbleiter-Wafern weiter reduziert. Die Papiere von Siltronic notierten im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate fast fünf Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Dienstag.

Der Saatguthersteller KWS Saat will nach einem Umsatzrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder wachsen. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Währungs- und Portfolioeffekte, sollen die Erlöse um rund drei Prozent zulegen. Das ist allerdings das untere Ende des Umsatzziels für 2028. Die Papiere sackten auf Tradegate um mehr als sieben Prozent ab./la/jha/

Quelle: dpa-Afx