FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem zögerlichen Start am Freitag hat sich der Dax im Verlauf etwas erholt. Doch Anleger bleiben angesichts der in den vergangenen Tagen heftigen Schwankungen bei Edelmetallen und im Technologiesektor nervös. Zunehmende Zweifel an hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz verunsichern nach wie vor. Negative Nachrichten vom Autobauer Stellantis setzten vor dem Wochenende zudem den europäischen Autosektor stark unter Druck und zogen hiesige Autowerte mit nach unten.

Der Dax verzeichnete am Nachmittag einen Zuwachs von 0,44 Prozent auf 24.600 Zähler. Damit steht der deutsche Leitindex auf Wochensicht und seit Jahresanfang aktuell knapp im Plus.

Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte legte am Freitag um 0,18 Prozent auf 31.491 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,6 Prozent.

Mit hohen vorbörslichen Abschlägen im US-Handel für Amazon zeigt sich, wie hartnäckig sich die KI-Sorgen der Anleger halten. Der Handelsriese will in diesem Jahr rund 200 Milliarden US-Dollar unter anderem in KI, Chips, Robotik und Satelliten stecken. Damit liegt Amazon noch über dem gigantischen Investitionsvolumen der Google-Mutter Alphabet . Amazon werde zunächst darunter leiden, dass die Anleger hohe Investitionen ohne konkreten Umsatzerfolg sehr kritisch sehen, kommentierten die Analysten von Goldman Sachs.

In Frankfurt gab es vor dem Wochenende im IT- und Softwaresektor erneut Verluste. Die Papiere des IT-Dienstleisters Bechtle brachen nach Quartalszahlen um 7,4 Prozent ein. Der Ausblick belastete. Cancom konnten sich dem Sog nicht entziehen. Auch Nemetschek gaben nach. SAP im Dax machten ihr Minus am Nachmittag fast wett.

Hiobsbotschaften von Stellantis setzten dem Autosektor zu. Der Fiat- und Chrysler-Mutterkonzern schreibt wegen der US-Elektroauto-Kehrtwende rote Zahlen und streicht die Dividende. Das Zurücksetzen der Strategie gehe einher mit einer Abschreibung von fast 22 Milliarden Euro, hieß es. Stellantis sackten in Paris um mehr als ein Viertel ab. Im sehr schwachen europäischen Autosektor verloren die im Dax notierten Aktien von Volkswagen , BMW und Mercedes bis zu 1,9 Prozent.

Die Papiere von Bayer waren gefragt bei einem Plus von 1,5 Prozent. Detaillierte Studienergebnisse zum Medikamentenkandidaten Asundexian machen Anlegern Hoffnung auf gute Geschäfte mit dem Blutgerinnungshemmer. Ein Aktienhändler sprach von einem sehr positiven Ergebnis.

Rüstungswerte stabilisierten sich nach der jüngsten Schwäche. Rheinmetall waren im Dax vorne mit plus 2,9 Prozent. Im MDax ließ eine Hochstufung durch Exane BNP die Aktien des Panzergetriebeherstellers Renk um 7,6 Prozent steigen. Auch Hensoldt zogen an./ajx/mis

Quelle: dpa-Afx