FRANKFURT (dpa-AFX) - Der starke Kursrutsch an den US-Aktienmärkten im Zuge des Ausverkaufs im KI- und Halbleitersektor drückt am Freitag den am Vortag noch rekordhohen Dax
Nach dem klaren Erfolg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen war die Ungewissheit, die bis zum Wahlergebnis den Markt noch etwas gelähmt hatte, zunächst verflogen und der Ölpreis mit der Hoffnung auf ein schnelleres Ende des Irankriegs zeitweise deutlich zurückgegangen. Sorgen vor einer stärkeren Regulierung des KI-Bereichs angesichts der politisch wieder erstarkten Demokraten wurden erst einmal verdrängt, kehrten dann aber umso stärker aufs Parkett zurück. "Die Vorsicht nimmt zu, zumal der Dax mit einem Rekordstand gerade erst ein optimales Umfeld einpreiste, das nun nicht mehr vorherrscht", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.
In New York hatte der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100
Hierzulande ging es für den MDax
"Anleger befinden sich derzeit in einem Wechselbad der Gefühle und sitzen zwischen zwei Stühlen", erläuterte Marktanalyst Timo Emden vom Broker CapTrader. Am Markt dominiere statt der Freude über politische Klarheit bei den US-Zwischenwahlen nun die Furcht, dass Washington in Zukunft den KI-Motor abwürgen könnte. Es sorge für Unbehagen, dass die Leitplanken des KI-Sektors neu justiert und die regulatorischen Daumenschrauben stärker angezogen werden könnten als bislang gedacht, so Emden.
Quartalszahlen gab es vor dem Wochenende von Daimler Truck
Munich Re
Rüstungswerte standen weiter unter Druck. Für die Papiere von Rheinmetall hagelte es Kurszielsenkungen nach der jüngsten Gewinnwarnung. Der Kurs rutschte zeitweise unter die 800-Euro-Marke und verlor zuletzt 4,4 Prozent. Vor 13 Monaten hatten Rheinmetall-Aktien noch mehr als 2.000 Euro gekostet.
Der Auto- und Industriezulieferer Stabilus
Zuversichtlicher blickt dagegen der Nutzfahrzeug-Zulieferer Jost
Quelle: dpa-Afx