FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat seine jüngste Gewinnsträhne am Pfingstmontag beschleunigt fortgesetzt. Die Anleger setzten zunehmend auf ein Ende des Iran-Kriegs und griffen angesichts deutlich gefallener Ölpreise beherzt zu.

Der Leitindex Dax machte die durch den Iran-Krieg bedingten Kursverluste wett und näherte sich seinem Mitte Januar bei knapp 25.508 Punkten erreichten Rekordhoch. Am Ende stand ein Plus von 2,01 Prozent auf 25.389,10 Zähler zu Buche. Der MDax kletterte vorübergehend auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren und gewann letztlich 2,18 Prozent auf 32.807,90 Zähler. Der Nebenwerteindex SDax schwang sich erneut zu einem Rekordhoch empor und legte um 0,7 Prozent zu.

Die USA stehen nach Angaben von Präsident Donald Trump in den Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs vor einem Rahmenabkommen mit Teheran und der Wiederöffnung der Straße von Hormus. Es sei "weitgehend" ausgehandelt, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Allerdings dämpfte er auch Hoffnungen auf ein schnelles Abkommen: "Die Verhandlungen verlaufen geordnet und konstruktiv, und ich habe meine Vertreter angewiesen, beim Deal nichts zu überstürzen, da die Zeit auf unserer Seite ist." Beide Seiten müssten sich Zeit nehmen. "Es darf keine Fehler geben!"

Nach Einschätzung von Marktanalyst Timo Emden von Emden Research dürfte die Skepsis unter den Anlegern aber anhalten. Zu oft seien Investoren zuletzt von vermeintlichen Fortschritten ausgegangen, ehe neue Drohungen oder geopolitische Rückschläge für Enttäuschung gesorgt hätten. "Entscheidend dürfte sein, ob den politischen Signalen diesmal tatsächlich belastbare Vereinbarungen folgen", so Emden. Der Dax dürfte sich damit weiterhin auf einem schmalen Grat zwischen Erleichterungsrally und Verunsicherung bewegen./la/he

Quelle: dpa-Afx