FRANKFURT (dpa-AFX) - Gestützt von wieder optimistischeren Aussichten für Künstliche Intelligenz (KI) hat der deutsche Aktienmarkt seinen jüngsten Erholungskurs am Mittwochnachmittag fortgesetzt. Der Dax gewann zuletzt 0,5 Prozent bei 25.711 Punkten. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,3 Prozent auf 30.585 Zähler aufwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,1 Prozent zu.
Angesichts der wiedergewonnenen Zuversicht, dass sich die KI-Investitionen auszahlen werden, kehrten Anleger wieder zu Technologieaktien zurück, hieß es aus dem Handel. Dazu trugen unerwartet starke Quartalszahlen des weltweit zweitgrößten Herstellers von Speicherchips, SK Hynix , aus Südkorea bei.
Auch mit den Quartalsberichten der US-Technologie-Schwergewichte Alphabet und Microsoft am Mittwochabend nach US-Börsenschluss rücke wieder die Frage in den Vordergrund, "wieviel die Unternehmen mit künstlicher Intelligenz bereits verdienen und wann sich die hohen Ausgaben für Rechenzentren und Rechenleistung auch im Ergebnis auszahlen", erklärte Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar von Robomarkets.
Das Augenmerk richtet sich zudem auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Abend, von der allgemein erwartet wird, dass sie die Zinsen unverändert lassen wird.
Nach den Zahlen von Symrise für das dritte Quartal sowie Aussagen zum Gesamtjahr sackte der Kurs der Aktie um mehr als 9 Prozent ab und war damit größter Verlierer im Dax. Die spezifizierte Zielspanne für die operative Marge (Ebitda) deute für das Schlussquartal 2026 auf ein verlangsamtes Wachstum auf vergleichbarer Basis hin, kommentierte Analyst Thomas Maul von der DZ Bank. Die Konsensschätzungen könnten nun moderat nach unten revidiert werden, fürchtet er.
Spitzenreiter im Dax waren die Papiere der Deutschen Bank mit plus 4,2 Prozent. Das Geldhaus verbuchte im dritten Quartal einen weiteren Rekordgewinn. Damit sei die Bank auf einem guten Weg, die Ziele für 2026 zu erreichen, bilanzierte Konzernchef Christian Sewing. Die Erträge - also die gesamten Einnahmen - könnten nun den Wert von rund 33 Milliarden Euro sogar noch übertreffen.
Der Gewinn von Mercedes-Benz stieg im dritten Quartal deutlich, der Umsatz fiel hingegen etwas. Bereits am Dienstag hatte Mercedes sein Gewinnziel für 2026 gesenkt. Neben einem zunehmend schwierigen Umfeld in China erwartet der Konzern höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für Material. Die Aktie stieg um 1,2 Prozent, hatte aber am Dienstag fast 4 Prozent eingebüßt.
Trotz eines unerwartet guten Quartals der BASF und optimistischer Aussichten für das Gesamtjahr sanken die Aktien des Chemiekonzerns um 0,2 Prozent. Grund könnte sein, dass die Markterwartungen derzeit hoch sind. So implizieren nach Ansicht von Jefferies-Analyst Marcus Dunford-Castro die von der BASF aktualisierten Aussichten für das vierte Quartal ein operatives Ergebnis unter der Konsensschätzung.
Auch die Quartalszahlen der DWS konnten die Anleger nicht überzeugen. Die Papiere der Fondsgesellschaft fielen um 1,4 Prozent. Die Deutsche-Bank-Tochter hatte im Sommer so viel Geld von Anlegern eingesammelt wie nie zuvor in einem Quartal. Allerdings stiegen Ertrag und Gewinn deutlich weniger stark als Analysten im Schnitt erwartet hatten.
Der Industrie-Recycler Befesa dürfte von dem vom früheren US-Präsidenten Joe Biden auf den Weg gebrachten Klima- und Industrieförderprogramm Inflation Reduction Act profitieren. Das Unternehmen erwartet allein für 2026 aufgrund seiner Produktion von Zink, das zu den geförderten Metallen gehöre, eine Steuergutschrift von umgerechnet rund 26 Millionen Euro. An der Börse kam das gut an; der Aktienkurs schnellte um 8,1 Prozent hoch.
Der neue Werkstoffkonzern TK Accelis ist mit zeitweise deutlichen Gewinnen an der Börse gestartet. Den Aktienkurs des Mutterkonzerns Thyssenkrupp belastete die Abspaltung hingegen zumindest optisch stark. Mit dem nun vollzogenen Spin-off wird der Marktwert des Mutterkonzerns um den Wert des abgespaltenen Accelis-Anteils bereinigt. Die Aktionäre erhielten je 20 ThyssenKrupp-Aktien einen Anteilsschein von Accelis./edh/jha/
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
Quelle: dpa-Afx