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FRANKFURT/NEW YORK (dpa-AFX) - Die Aussicht auf einen sich verschärfenden Wettbewerb in den Vereinigten Staaten durch den Weltraumkonzern SpaceX hat am Freitag die Aktie der Deutschen Telekom und vorbörslich auch die der Tochter T-Mobile US schwer belastet. Die Stimmung für Aktien von Telekomanbietern in den USA und Europa trübte sich dadurch zugleich allgemein ein, während Papiere von Funkmasten-Betreibern zulegten.

Auslöser war, dass SpaceX von der Investmentfirma Grain Management Low-Band-Frequenzen erworben hat und mit seinen Starlink-Satelliten nun zu einem bedeutenden Mobilfunkanbieter in den USA werden könnte. Die SpaceX-Aktie gewann vor dem US-Börsenstart 4,0 Prozent auf 167 Dollar. Für die Anteilsscheine der Starlink-Konkurrentin AST SpaceMobile fielen um rund drei Prozent.

Die Lizenzen für das 800-MHz-Band waren frei geworden, nachdem Grain im August einen Frequenztausch mit T-Mobile abgeschlossen hatte. Sie decken nahezu die gesamte US-Bevölkerung ab und gelten als wertvoll, da sie Satellitenanbietern dabei helfen können, eine terrestrische Verbindung für Sprachdienste - ein sogenanntes "Network Pilot"-Projekt - einzurichten.

Die Aktie der Deutschen Telekom, die über ihre Tochter T-Mobile in den USA als zweitgrößter Mobilfunkanbieter aktiv ist, sackte zur Mittagszeit am Dax -Ende um 6,7 Prozent auf 25,04 Euro ab. Bei 24,61 Euro erreichte sie zeitweise ein Tief seit Anfang Juli.

Die Papiere anderer Branchengrößen wie Orange , Telefonica , Vodafone oder BT Group wurden von der negativen Stimmung mit nach unten gezogen und verloren zwischen 1,8 und 3,8 Prozent.

In den USA ging es für die Telekom-Tochter T-Mobile US vorbörslich um 6,8 Prozent auf 159,60 US-Dollar abwärts. AT&T gaben um 6,2 Prozent nach und Verizon verloren 6,9 Prozent.

Dagegen zogen Aktien von US-Funkmasten-Anbietern an: SBA , American Tower und Crown Castle legten im vorbörslichen US-Handel zwischen 5,0 und 8,5 Prozent zu. "Dies spiegelt die Erwartung wider, dass SpaceX ein terrestrisches Funkmastnetz benötigen und als zusätzlicher Mieter auf bestehenden Standorten auftreten könnte", kommentierte Analyst Graham Hunt von Jefferies.

Die positive Stimmung sprang auch auf europäische Funkmasten-Anbieter über: Inwit stiegen um 3,5 Prozent und Cellnex Telecom um 4,3 Prozent.

In einem Beitrag auf seiner Social-Media-Plattform X hatte SpaceX-Gründer und Chef Elon Musk am Donnerstag erklärt, dass der 800-MHz-Frequenzbereich "das letzte entscheidende Puzzleteil" sei, das SpaceX benötige, um eine flächendeckende Mobilfunkversorgung in Amerika zu gewährleisten.

Mit dem Erwerb der Low-Band-Frequenz stoße SpaceX verstärkt in den Mobilfunkmarkt vor, wo der Zugang zu geeignetem Spektrum ein wesentlicher Bestandteil beim Aufbau eines umfassenderen Dienstleistungsangebots sei, hieß es zudem seitens des Finanzinformationsdienstes AlgoTradeAlert. Die Wettbewerbslage auf dem lukrativen US-Markt für die etablierten Mobilfunkanbieter dürfte sich verschärfen, resümierte ein Händler.

Analystin Madison Rezaei von Bernstein Research zeigte sich nicht überrascht über die Ankündigung von SpaceX: "Wir hatten dieses Szenario bereits als sehr wahrscheinlich eingestuft. Der Abschluss erfolgt allerdings bereits rund einen Monat vor dem geplanten Ende der Auktion."

Rezaei geht davon aus, dass sich SpaceX die Option eines terrestrischen Netzaufbaus weiter offen hält, was Aktien von Funkmasten-Betreibern aktuell steigen lasse. Dies zu beachten sei wichtig, da der Frequenzerwerb noch keine Verpflichtung bedeute, ein landesweites Mobilfunknetz aufzubauen, erklärte sie. Doch genau dieses 800-MHz-Spektrum hätten ihre Kollegen und sie für notwendig gehalten, um eine derartige Option für SpaceX glaubwürdiger und auch kostengünstiger zu machen.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte bereits im August berichtet, dass SpaceX zu jenen Unternehmen gehört, die sich für Low-Band-Frequenzen interessieren. Musk jedoch hatte da noch auf X mit den Worten "nicht wahr" auf den Beitrag eines Nutzers geantwortet, der sich auf den Bericht bezogen hatte./ck/bek/mis

Quelle: dpa-Afx