NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street dürfte es für die wichtigsten Aktienindizes am Donnerstag zunächst keine weiteren Rekorde geben. Die Hoffnungen auf eine nachhaltige Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran erhielten durch US-Angriffe einen Dämpfer. Da lassen es die Anleger nach einem bislang sehr starken Mai etwas ruhiger angehen. In Werten wie Snowflake oder Aktien aus der Drohnen-Branche brennen derweil dennoch Kursfeuerwerke ab.

Der Gesamtmarkt ist derweil recht ruhig: So wird der Dow Jones Industrial anderthalb Stunden vor dem Auftakt vom Broker IG 0,2 Prozent tiefer taxiert auf 50.556 Punkte. Er hatte tags zuvor bei 50.830 Punkten in den Nachkommastellen einen weiteren Höchststand erreicht und im Mai fast zweieinhalb Prozent zugelegt.

Den Nasdaq 100 sieht IG derweil 0,4 Prozent im Minus bei 29.851 Punkten. Er hatte tags zuvor einen Rekord von 30.099 Punkten erreicht, bevor er bereits etwas zurücksetzte - nach fast zehn Prozent Monatszuwachs. Dabei wurde er angetrieben von einer rasanten KI-Rally, die beispielsweise den Marktwert von Micron über die Billionen-Grenze katapultierte.

Das Thema Künstliche Intelligenz spielt aber auch am Donnerstag am Markt eine wichtige Rolle nach den Geschäftszahlen von Snowflake und Salesforce . Brent Thill, Analyst der Investmentbank Jefferies, spricht mit Blick auf die beiden Softwareunternehmen von der "Geschichte der zwei großen S: Snowflake nimmt Fahrt auf und Salesforce bleibt stabil". Dies zeigt sich auch in den Aktien. Denn während Snowflake vorbörslich um 39 Prozent nach oben schossen auf das höchste Niveau seit Dezember 2025, suchten Salesforce einen klaren Trend.

"Die Bilanzen bestätigen unsere Einschätzung, dass sich die Monetarisierung von KI zuerst und am deutlichsten im Bereich Daten-Infrastruktur zeigt", so Thill. Seine Kollegin Gabriela Borges von Goldman Sachs hält Snowflake für gut positioniert, sich ein großes Stück vom Kuchen der KI-bedingten Nachfrage nach Cloud-Diensten abzuschneiden.

Die Softwarebranche erlebt insgesamt eher eine schwierige Zeit. Die Anleger schwanken zwischen der Sorge vor Verdrängungseffekten durch KI und den Chancen, die dieser Megatrend andererseits auch bietet. Salesforce versuchen sich ähnlich wie die Aktien des deutschen Konkurrenten SAP auf dem tiefsten Niveau seit 2023 an einer Bodenbildung. Snowflake erholten sich zuletzt bereits deutlicher vom Tief seit 2024.

Im Fokus stehen vorbörslich auch Aktien von Drohnenherstellern wie Unusual Machines, Kratos oder Red Cat mit zweistelligen Kursgewinnen. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" befindet sich die US-Regierungen in Verhandlungen mit Unternehmen des strategisch wichtigen Sektors über staatliche Finanzhilfen. Durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wurde die Bedeutung von Drohnen deutlich. Zuletzt hatte der Iran-Krieg dies untermauert./ag

Quelle: dpa-Afx