NEW YORK (dpa-AFX) - Ein enttäuschender Ausblick des Chipkonzerns Broadcom dürfte am Donnerstag für Moll-Stimmung an der Technologiebörse Nasdaq sorgen. Der Broker IG taxierte den viel beachteten Branchenindex Nasdaq 100 1,2 Prozent im Minus auf 30.202 Punkte.

Im Gegenzug dürften die Anleger bei den zur Wochenmitte unter Druck gekommenen Standardwerten zugreifen. Den Leitindex Dow Jones Industrial sieht IG 0,9 Prozent im Plus.

Der Fokus aber dürfte am Donnerstag auf Broadcom liegen. Der Chipkonzern wächst zwar dank guter Geschäfte mit Chips für Angebote rund um die Künstliche Intelligenz (KI) weiter rasant. Zudem fielen die Quartalszahlen wie erwartet aus. Allerdings enttäuschte bei der Zahlenvorlage die KI-Komponente des Ausblicks. "Es ist eine schwierige Aufgabe, jedes Quartal wieder positiv zu überraschen", sagte Blayne Curtis von der Investmentbank Jefferies. Grundsätzlich sei die KI-Dynamik aber völlig intakt.

Gleichwohl sackten die Aktien von Broadcom im vorbörslichen Handel um gut 14 Prozent auf 410 Dollar ab. Dies aber ist lediglich das Niveau von vor knapp zwei Wochen.

Die Resultate von Broadcom folgten auf Wochen mit "hervorragenden bis fantastischen Ergebnissen" der Wettbewerber, bemerkte Adam Crisafulli, Gründer des Analyseunternehmens Vital Knowledge. Dies bedeute, dass die Messlatte für den Chipkonzern extrem hoch gelegen habe - "manche würden sagen: unmöglich hoch".

Auch Crowdstrike konnte den offenbar enteilten Erwartungen nicht gerecht werden. Die Anteilscheine büßten zehn Prozent ein, obwohl das Sicherheitssoftware-Unternehmen mit seinen Geschäftszahlen positiv überrascht hatte. Die Papiere waren aber seit dem Tiefstand im März um mehr als das Doppelte gestiegen.

Unter den im Dow notierten Aktien gewannen die des Gesundheitsversicherers Unitedhealth drei Prozent. Bank of America hatte sie mit Verweis auf sich verbessernde Trends bei den medizinischen Kosten zum Kauf empfohlen.

Für die Anteilsscheine von Manchester United ging es um gut sechs Prozent nach oben. Wie aus informierten Kreisen verlautete, diskutieren einige Mitglieder der milliardenschweren Familie Glazer derzeit darüber, ob sie ihre Anteile an dem britischen Fußballclub verkaufen sollen. Ihre mehr als 20-jährige Eigentümerschaft war oft von Fanprotesten überschattet./la/he

Quelle: dpa-Afx