NEW YORK (dpa-AFX) - Eine ungebrochen hohe US-Inflation steht einer Erholung an den New Yorker Börsen am Freitag nicht im Wege. Die Grundlage dafür schafften die Ölpreise, die nach ihrer jüngsten Rally etwas zurückkamen. Entlastung brachte, dass der Iran und die Staaten am Persischen Golf nach dem Wochenende über die umkämpfte Straße von Hormus sprechen wollen.

Nach zuletzt vier Verlusttagen legte der Dow Jones Industrial zwei Stunden vor Schluss um 1,1 Prozent auf 52.648 Punkte zu. Trotz der Erholung zum Ende einer nervösen Börsenwoche verbleibt dem US-Leitindex, der stärker auf Standardwerte ausgerichtet ist, ein Wochenminus von 1,4 Prozent.

Dem marktbreiten S&P 500 gelang am Freitag ein 1,1 Prozent hoher Anstieg auf 7.672 Zähler. Außerdem erholte sich der technologielastige Nasdaq 100 um 1,2 Prozent auf 29.447 Punkte. Unter den "Magnificent 7" notierten alle Tech-Schwergewichte im Plus.

Die Inflation in den USA hat sich im August auf hohem Niveau nicht verändert und damit die Erwartungen erfüllt. Im Jahresvergleich sind die Verbraucherpreise um 3,4 Prozent gestiegen. Da dies ein nach wie vor zu hoher Wert für die US-Notenbank Fed ist, sehen viele Fachleute in ersten Kommentaren die Erwartung untermauert, dass die Währungshüter in der kommenden Woche ihren Leitzins anheben werden.

Auf Unternehmensseite kamen unterschiedliche Nachrichten aus dem Softwaresektor, die Schwankungen zur Folge hatten. Adobe litt anfänglich unter einem enttäuschenden Umsatzausblick, konnte aber mit fast zwei Prozent ins Plus drehen. Die Aktie war zuletzt schlecht gelaufen und so nahmen es die Anleger hin, dass die vorsichtige Umsatzprognose Fragen aufwirft, wie sich der Konzern im Wettbewerb behaupten kann.

Bei Oracle war die Tendenz genau umgekehrt: Nach einem ersten Spitzenanstieg um acht Prozent sackte der Kurs moderat ins Minus. Das Unternehmen hat im ersten Geschäftsquartal zwar kräftig von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitiert. Wie schon in den Tagen zuvor, entwickelten die Anleger einen gewissen Respekt vor einer zwischenzeitlichen Erholung, die die Aktien bis Anfang der Woche verzeichnet hatten.

Die beiden Software-Aktien konnten mit ihren Schwankungen das Gesamtbild im Technologiesektor nicht richtig beeinflussen. Dieses war eher geprägt von Chipwerten, die sich von ihren Vortagsverlusten erholten, und den Branchen-Schwergewichten Alphabet , Amazon , Apple und Meta , die zwischen 0,9 und 2,5 Prozent gewannen.

Schwankungen gab es auch im Nebenwertebereich: Die Anteilsscheine von Kroger starteten erst schwach in den Handel, weil der Einzelhändler im Zuge vorgelegter Quartalszahlen seine Umsatzprognose gesenkt hat. Nach einer Annäherung an das bisherige Tief seit zwei Jahren fassten sich Anleger aber ein Herz. Der Kurs drehte mit drei Prozent ins Plus.

Ein Gesprächsthema lieferte auch eine Übernahme: Die Aktien von ACV Auctions machten einen Satz nach oben um 44 Prozent wegen einer Offerte des Fahrzeugauktions-Konkurrenten Copart . Dessen Aktien waren zwar freundlich gestartet, aber dann mit drei Prozent ins Minus gedreht./tih/nas

Quelle: dpa-Afx