NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem jüngsten Rekordlauf an der Wall Street haben die US-Anleger am Donnerstag wieder vorsichtiger agiert. Die Börsen seien zuletzt "heiß gelaufen", sagte ein Händler. Nun nehme die Wahrscheinlichkeit für Gewinnmitnahmen zu, auch größere Rücksetzer wären dem Beobachter zufolge keine Überraschung.

Zudem drückten auch Zinssorgen auf die Stimmung. Thierry Wizman, Devisen- und Zinsstratege des Investmentunternehmens Macquarie Group, verwies auf eine Rede von Lisa Cook, Mitglied des Gouverneursrats der Notenbank. Cook erklärte ihre Bereitschaft, die Leitzinsen anzuheben, sollte sich das Inflationswachstum nicht verlangsamen. Höhere Zinsen aber lassen Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen weniger attraktiv erscheinen.

Der Leitindex Dow Jones Industrial fiel zuletzt um 0,8 Prozent auf 53.907 Punkte. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,3 Prozent auf 7.705 Zähler nach. Beide Börsenbarometer hatten zur Wochenmitte einmal mehr Höchststände erreicht.

Für den Nasdaq 100 ging es um 0,3 Prozent auf 29.387 Punkte nach unten. In der Tech-Branche gab es einige enttäuschende Unternehmensnachrichten, sodass in dem technologielastigen Index mehrere Werte mit prozentual zweistelligen Kursverlusten herausragten.

So sackten die Titel von Honeywell Aerospace um fast 19 Prozent ab. Eine unerwartete Senkung der Prognose hatte die Anleger nur wenige Wochen nach dem Start des Zulieferers der Luftfahrt- und Rüstungsindustrie als eigenständiges Unternehmen aufgeschreckt.

Applovin , Betreiber einer Plattform für Marketing, mobile Werbung und App-Monetarisierung, hatte mit seinem Umsatz und seinem Margenausblick enttäuscht. Dies straften die Anleger mit einem Kursverlust in Höhe von gut 17 Prozent ab.

Die Aktien von Datadog büßten nach ihrer jüngsten Rally fast 17 Prozent ein. Hier wiesen Analysten anlässlich der Geschäftszahlen auf die hohen Erwartungen der Anleger im Vorfeld der Ergebnisse sowie auf die verhaltene Prognose des Softwareunternehmens für den Rest des Jahres hin.

Western Digital blieb mit seiner Prognose für den Umsatz im laufenden Quartal hinter der Markterwartung zurück, sodass die Papiere um knapp elf Prozent fielen. Das Unternehmen stellt Geräte und Komponenten zur Datenspeicherung her.

Die Anteilsscheine von Motorola Solutions hingegen zogen um acht Prozent an. Der Hersteller sogenannter intelligenter Kameras schraubte die Ziele für Umsatz und Gewinn in diesem Jahr nach oben.

Derweil stabilisierten sich die Aktien von SpaceX nach Ihrem Kursrutsch zur Wochenmitte und stiegen um gut zwei Prozent. Damit verdauten die Anleger recht gut eine nun erfolgte, erste Freigabe von Papieren aus einer gestaffelten Haltefristvereinbarung, die Insider zuvor am Verkauf der Titel gehindert hatte. Bei dieser Anlegergruppe handelt es sich vor allem um Altaktionäre und bestimmte Mitarbeiter, die so eine plötzliche Überflutung des Marktes mit Wertpapieren verhindert hatten.

Außerhalb der Tech-Branche legten die Anteilscheine von ConocoPhillips um fast ein Prozent zu. Der Öl- und Gasproduzent verdiente im zweiten Quartal dank hoher Energiepreise deutlich mehr als von Analysten im Mittel erwartet./la/he

Quelle: dpa-Afx