NEW YORK (dpa-AFX) - Die Hoffnung auf eine ausbleibende Leitzinserhöhung in diesem Monat hat die US-Börsen am Donnerstag angetrieben. Die wichtigsten Aktienindizes stiegen um jeweils mehr als ein Prozent. Für Kauflaune sorgten Aussagen von Christopher Waller, Mitglied des Gouverneursrats der US-Notenbank. Dieser hatte sich optimistisch geäußert, dass der Preisdruck Anzeichen einer Entspannung zeigt.

Der Dow Jones Industrial stieg um 1,2 Prozent auf 53.679 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um ein Prozent auf 7.746 Zähler nach oben. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 legte um 1,1 Prozent auf 29.477 Punkte zu.

Waller sagte, seine nächste Zinsentscheidung werde "stark beeinflusst" von den Inflationsdaten für August, die nächste Woche veröffentlicht werden. "Wenn es weitere Fortschritte in Richtung unseres Zwei-Prozent-Ziels gibt, dann bin ich bereit, die Beibehaltung des Leitzinses auf dem aktuellen Niveau zu unterstützen", sagte er. "Sollte die Inflation jedoch zu stark ausfallen, würde ich eine Zinserhöhung in Betracht ziehen."

Waller habe die Datenabhängigkeit der Fed bekräftigt und eine optimistische Einschätzung der jüngsten Preisentwicklung im Vorfeld des letzten Inflationsberichts vor der Sitzung der Notenbank Mitte September abgegeben, schrieb Krishna Guha, Chefvolkswirt für Zentralbankstrategie bei der Investmentbank Evercore.

Derweil blickten die Anleger weiter gen Nahost. Den Aussagen von US-Präsident Donald Trump, dass die jüngsten Angriffe auf den Iran nur von kurzer Dauer seien, stehen neue iranische Angriffe auf den mit den USA verbündeten Golfstaat Kuwait gegenüber. Unterdessen hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth nach Informationen des "Wall Street Journals" die Truppenstationierungen in der Region verlängert.

Zudem richten sich die Blicke der Anleger zunehmend auf die am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten. Hiervon erhofft man sich Hinweise auf die Verfassung der Wirtschaft und den geldpolitischen Kurs der Notenbank Fed. Sollte der Arbeitsmarktbericht ein Stellenplus aufweisen, könnten Vertreter der Fed darin bestärkt werden, die Leitzinsen doch alsbald zu erhöhen, merkten die Volkswirte der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) an.

Unter den schwächsten Werten im S&P 500 fielen die Aktien von Broadcom nach Quartalszahlen um fast vier Prozent. Der Chiphersteller wächst zwar dank hoher KI-Nachfrage weiter rasant. Der Ausblick aber blieb hinter den Erwartungen zurück. Am Markt sei auf noch stärkere Signale hinsichtlich der Umsatzentwicklung gehofft worden, hieß es.

Für die Aktien von Hewlett Packard Enterprise ging es ähnlich deutlich nach unten. Der von dem Technologie- und IT-Unternehmen gemeldete Umsatzanstieg war hinter den hohen Erwartungen der Anleger zurückblieben.

Die Papiere von Snowflake hingegen machten einen Kurssprung um fast 21 Prozent nach oben. Die Zahlen zum zweiten Quartal des Cloud-Softwarekonzerns übertrafen die Markterwartungen. Zudem erhöhte das Unternehmen seine Umsatzprognose.

Die Aktionäre des Biotech-Unternehmens Ultragenyx Pharmaceutical mussten einen Kurseinbruch um mehr als 45 Prozent verkraften, nachdem ein Medikament zur Behandlung einer seltenen genetischen Erkrankung in einer klinischen Phase-III-Studie das primäre Ziel nicht erreicht hatte./la/he

Quelle: dpa-Afx