WIEN (dpa-AFX) - Ein kräftiger Ölpreisanstieg hat den Wiener Aktienmarkt am Donnerstag belastet. Der Brent-Ölpreis überschritt am Donnerstag wegen der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg erstmals seit Ende Mai wieder die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter), was Inflationssorgen am Markt anfachte.
Späte Schützenhilfe lieferten dagegen die RBI-Aktien, die nach einem russischen Gerichtsurteil klar in die Gewinnzone drehten. Der ATX
Nach Angriffen der Houthi-Miliz im Roten Meer drohte US-Präsident Donald Trump dem Iran und den Houthis im Falle einer erneuten Attacke mit Vergeltung. Zuvor hatten die Houthi nach eigenen Angaben zwei saudi-arabische Schiffe im Roten Meer beschossen, was Sorgen vor Unterbrechungen auf diesem Seeweg auslöste.
Die Europäischen Zentralbank ließ unterdessen wie erwartet ihre geldpolitischen Schlüsselzinssätze unverändert. Am Markt wird mit einer Zinserhöhung im September beziehungsweise mit zwei Schritten bis Jahresende gerechnet.
Eine jähe Kehrtwende machten am späten Nachmittag die Aktien der RBI, die so nach einem weitgehend schwächeren Handelsverlauf einen Tagesgewinn von 3,7 Prozent und dadurch ein weiteres 18-Jahres-Hoch erreichten. Nach einem russischen Gerichtsurteil, welches das rechtliche Risiko für Verfahren außerhalb Russlands verringert, kündigte das Institut an, Schadenersatzklagen in Milliardenhöhe gegen die Beteiligungsgesellschaft Rasperia in Österreich einzureichen.
Barclays-Analyst Krishnendra Dubey sieht in der Ankündigung einen "weiteren positiven Schritt". Obwohl der Streit mit Rasperia schon seit einiger Zeit andauert, verbessere das Urteil offenbar die Fähigkeit der RBI zur Verfolgung einer Rückgewinnung gegen identifizierbare österreichische Vermögenswerte. Die potenzielle Rückgewinnung sei mit rund 17 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung der RBI erheblich, obwohl das endgültige Ergebnis weiterhin von rechtlichen Verfahren und der Durchsetzung abhänge.
Unabhängig davon hob Analystin Marlene Eibensteiner von der Deutschen Bank ihr Kursziel für die Titel von 37 auf 40 Euro an, beließ die Titel aber bei "Hold". Trotz steigender Kosten dürfte ein wachsender Nettozinsertrag sowie steigende Gebühreneinnahmen einen Anstieg des Vorsteuergewinns um zwei Prozent unterstützen, erwartet die Expertin mit Blick auf die kommenden Quartalszahlen.
Bei den übrigen ATX-Werten sah es dagegen weniger rosig aus, nur OMV
Wienerberger
Mit Blick auf die am Donnerstag wenig bewegten Verbund-Anteile bekräftigten sowohl die UBS als auch die Deutsche Bank ihre Verkaufsempfehlungen. Die niedrigen Wasserstände würden weiterhin einen Gegenwind darstellen, schrieb etwa UBS-Analystin Wanda Serwinowska./spa/sto/APA/jha
Quelle: dpa-Afx