FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Donnerstag erneut zugelegt. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future
Die Anleihekurse wurden durch die am Vorabend eingebrochenen Ölpreise gestützt. Die geringe Erholung der Ölpreise am Donnerstag kehrte die Entwicklung nicht um. Der Markt preist nach der Wahlniederlage der Republikaner bei den US-Zwischenwahlen einen kürzeren Kriegsverlauf ein. So machte US-Vizepräsident JD Vance am Mittwoch den Krieg für die Wahlniederlage verantwortlich. Nachhaltig sinkende Ölpreise würden Inflationsgefahren und die Wahrscheinlichkeit für weitere Leitzinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) senken. Eine Leitzinserhöhung im Dezember ist an den Finanzmärkten angesichts der zuletzt deutlich gestiegenen Inflation aber weitgehend eingepreist.
Industriedaten aus Deutschland bewegten den Anleihemarkt kaum. Die Betriebe haben im September mehr Aufträge verzeichnet und damit den schwachen Vormonat teilweise ausgeglichen. Experten hatten diese Entwicklung aber in etwa erwartet.
Analyst Marc Schattenberg von der Deutschen Bank sprach von einem "Lichtblick für das Verarbeitende Gewerbe". Besonders erfreulich sei der Anstieg der Bestellungen in der Automobilindustrie. Schattenberg verwies auf das bereits vorhandene Auftragspolster in vielen Industriezweigen. Damit dürfte "das Fundament für eine baldige Erholung im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt gelegt sein"./jsl/he
Quelle: dpa-Afx