FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Staatsanleihenmarkt haben sich zum Wochenschluss unentschlossen gezeigt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future
Bereits seit Ende März findet der Anleihenmarkt keine klare Richtung. Anleger verfolgen die Nachrichten zum Iran-Krieg und versuchen abzuschätzen, welche Inflationsrisiken aus den hohen Ölpreisen erwachsen.
"Die Lage an der Straße von Hormus bleibt verfahren", schrieb Anleihen-Analyst Elmar Völker von der Landesbank Baden-Württemberg. Trotz der Verlängerung der Feuerpause hätten sich die Hoffnungen auf weitere diplomatische Fortschritte vorerst nicht erfüllt. Sowohl die USA als auch der Iran benutzten die Meerenge als Druckmittel gegen die jeweils andere Seite.
Mit Blick auf die Straße von Hormus stehe in den kommenden Tagen die Frage im Fokus, wie lange die Pattsituation zwischen den USA und Iran andauert, fuhr Völker fort. Diese könnte die Woche der Notenbanken überschatten. Am Dienstag veröffentlicht die japanische Notenbank ihre geldpolitischen Entscheidungen, am Mittwoch folgen die Fed und die kanadische Notenbank, bevor am Donnerstag die Europäische Zentralbank und die Bank of England an der Reihe sind. Viele Notenbanken dürften dem Experten zufolge in einer abwartenden Haltung verharren, bis mehr Informationen zu den Auswirkungen des Iran-Kriegs vorliegen.
Angesichts der geopolitisch unsicheren Lage bewegten Konjunkturdaten am Freitag kaum. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April wegen des Iran-Kriegs weiter deutlich verschlechtert und den tiefsten Stand seit der Corona-Krise erreicht, wie das Münchner Forschungsinstitut Ifo mitteilte. "Die Hoffnungen auf einen Aufschwung sind vorerst dahin", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
Am Nachmittag wird noch aus den USA das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen veröffentlicht. Es handelt sich aber nur um eine zweite Schätzung./la/jkr/jha/
Quelle: dpa-Afx