FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Mittwoch vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed etwas zugelegt. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg um 0,27 Prozent auf 120,56 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug 3,51 Prozent.

Die zehnjährige Rendite hielt sich knapp unter dem mehrjährigen Hoch, das am Vortag bei 3,57 Prozent erreicht worden war. Gestützt wurden die Anleihen durch die gesunkenen Ölpreise, die ihren jüngsten Höhenflug nicht fortsetzten. Damit wurden Inflationserwartungen an den Finanzmärkten nicht weiter geschürt. Die Hoffnung auf eine schnelle Inbetriebnahme einer wichtigen Ölpipeline in Saudi-Arabien hat die Ölpreise belastet.

Die Anleger warten auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, die am Abend veröffentlicht wird. Auf der dritten Zinssitzung der US-Notenbank Fed unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh erwarten viele Analysten, dass er erstmals die Leitzinsen anheben könnte. Auch an den Finanzmärkten wird angesichts der hohen Inflation überwiegend eine Erhöhung der Zinsspanne um 0,25 Prozentpunkte erwartet. Sie würde dann bei 3,75 bis 4,00 Prozent liegen.

"Die Fed sollte heute besser sehr besonnen reagieren, denn die Rentenmärkte sind hochgradig nervös", kommentierte Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte und Strategie bei der DekaBank. "Sollte die Fed nicht agieren, würde sie eine große Verunsicherung hinterlassen, was zu weiter steigenden langlaufenden Zinsen und somit zu einer weiteren Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen führen würde."/jsl/nas

Quelle: dpa-Afx