FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Freitag etwas von dem enttäuschend ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht profitiert. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg um 0,14 Prozent auf 125,01 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug 3,13 Prozent.

In den USA hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt überraschend deutlich verschlechtert. Im Juli ist die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft laut Arbeitsministerium um 23.000 gesunken. Volkswirte hatten im Schnitt 80.000 neue Stellen erwartet. Zudem wurde die Beschäftigtenzahl in den beiden Vormonaten deutlich nach unten revidiert. Die Lohnentwicklung blieb hinter den Erwartungen zurück.

"Der US-Arbeitsmarktbericht für Juli war in nahezu allen Belangen enttäuschend", kommentierte Dirk Chlench, Volkswirt bei der LBBW. "Angesichts dessen sehen wir uns in unserer Außenseitermeinung, dass die US-Notenbank Fed im weiteren Jahresverlauf keine Leitzinserhöhungen vornehmen wird, bestärkt." Aber auch laut Finanzmarktindikatoren ist die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung in diesem Jahr gesunken. Vor allem die Anleihekurse in den USA aber auch in Europa legten zu.

Die am Morgen veröffentlichten Konjunkturdaten lieferten keine Impulse. Die Gesamtproduktion in Deutschland war im Juni wie erwartet leicht gestiegen. "Dies ändert aber nichts daran, dass sich die Industrieproduktion auf niedrigem Niveau unter Schwankungen seitwärts bewegt", kommentierte Commerzbank-Ökonom Marco Wagner. "Wegen des Niedrigwassers im Rhein dürfte sich daran im Sommer nichts ändern." Die geplanten Reformen der Bundesregierung änderten kaum etwas an der "gebeutelten Standortqualität" Deutschlands./jsl/he

Quelle: dpa-Afx