FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Freitag gestiegen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future legte um 0,17 Prozent auf 123,03 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,34 Prozent. Am Mittwoch hatte sie noch mit 3,39 Prozent den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren erreicht.

Etwas gestützt wurden die Anleihen von den gesunkenen Rohölpreisen. Die leichte Entspannung dämpfte die Inflationserwartungen ein wenig. An den Märkten wird aber fest damit gerechnet, dass die Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche den Leitzins anheben wird.

Der robuste US-Arbeitsmarktbericht hat die deutschen Anleihekurse nur kurzfristig gestützt. Die Beschäftigtenzahl in den USA ist im August deutlich stärker gestiegen als erwartet. Dies erhöht laut Ökonomen die Wahrscheinlichkeit für eine baldige Anhebung des Leitzinses durch die US-Notenbank Fed.

"Die US-Notenbank muss mithin nicht befürchten, dass der Arbeitsmarkt in eine Krise rutscht", kommentierte LBBW-Volkswirt Elmar Völker. Die Währungshüter könnten sich also voll auf die Entwicklung der Inflation konzentrieren. "Das Zünglein an der Waage dürften aber unverändert die Konsumentenpreisdaten für August sein, die in genau einer Woche veröffentlicht werden."

Besser als erwartet ausgefallene Industriedaten aus Deutschland bewegten den Markt kaum. Die deutsche Industrie erhielt im Juli erneut mehr Aufträge als erwartet. Der Anstieg geht fast ausschließlich auf den sonstigen Fahrzeugbau zurück. Dort führen die staatlichen Investitionen in Verteidigung zu einer Sonderkonjunktur. Ohne die Großaufträge wäre der Auftragseingang gesunken./jsl/stw

Quelle: dpa-Afx