FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Mittwoch deutlich gefallen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sank um 0,51 Prozent auf 126,32 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 2,93 Prozent.

Der Iran-Krieg schürt weiterhin Inflationsängste. Dazu tragen die erneut gestiegenen Ölpreise bei. Die Internationale Energieagentur IEA will als Reaktion auf den Iran-Krieg eine Rekordmenge strategischer Ölreserven freigeben. Die Ölpreise legten jedoch trotzdem deutlich zu.

Die höheren Inflationsgefahren könnten sich auch auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) auswirken. An den vergangenen Tagen hatte sich die Lage vorübergehend etwas entspannt. Jetzt dreht sich die Stimmung wieder, da nicht wie von US-Präsident Donald Trump angedeutet, ein baldiges Ende des Kriegs bevorsteht. "Die letzten anderthalb Tage fokussierten sich die Märkte klar auf positive Nachrichten und ignorierten die negativen", schreiben die Experten der Dekabank. "Das deutet auf eine fortgeschrittene Bereinigung bei der Positionierung hin."

Die Notenbank will nach den Worten der Präsidentin Christine Lagarde einen starken Anstieg der Inflation wegen des Iran-Kriegs verhindern. "Wir werden alles Notwendige tun, um die Inflation unter Kontrolle zu halten", sagte Lagarde am Dienstagabend beim französischen Fernsehsender France 2. Es solle sichergestellt werden, dass die Folgen des Kriegs im Nahen Osten keinen Inflationsschub auslösen werden wie zuletzt in den Jahren 2022 und 2023, als der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine die Preise nach oben trieb.

Die Inflationsdaten aus den USA bewegten den Devisenmarkt kaum, da sie im Rahmen der Erwartungen ausfielen. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 2,4 Prozent. Bereits im Januar hatte die Teuerung auf diesem Wert gelegen und Analysten hatten im Schnitt eine unveränderte Rate erwartet./jsl/nas

Quelle: dpa-Afx