FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Montag erneut nachgegeben. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel am Nachmittag um 0,24 Prozent auf 120,78 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg im Gegenzug auf 3,49 Prozent. Die Rendite auf zehnjährige Bundesanleihen war am Montag vergangener Woche getrieben von Inflationssorgen bis auf 3,653 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2009 gestiegen.

Die Lage in Frankreich beruhigte sich am Montag etwas. Am Freitag war die Rendite zehnjähriger Anleihen noch bis auf fast fünf Prozent gestiegen. Zuletzt lag sie etwas niedriger bei 4,85 Prozent. Sorgen um die fiskalische und politische Stabilität in Frankreich trieben die Renditen zuletzt an. Der Spread zu deutschen Bundesanleihen weitete sich zuletzt aus. Es mehrten sich auch Anzeichen auf ein Übergreifen der französischen Krise auf die Anleihemärkte anderer Eurostaaten. Einige Experten sehen bereits Parallelen zur Euro-Schuldenkrise.

Besonders deutlich stiegen die Renditen in Spanien. Nach dem Scheitern seiner Dekrete zur Bekämpfung der Wohnungsnot im Parlament hat der linke Regierungschef Pedro Sánchez Neuwahlen für den 29. November angekündigt. Seine Minderheitsregierung hat keine parlamentarische Mehrheit mehr, seit die konservative separatistische Katalanenpartei Junts von Carles Puigdemont vor knapp einem Jahr ins Lager der Opposition wechselte. Laut Umfragen würde die konservative Volkspartei PP mit der rechtspopulistischen Vox eine solide Mehrheit erreichen. Die Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen stieg auf 4,12 Prozent./jsl/he

Quelle: dpa-Afx