FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Mittwoch gestützt durch gefallene Ölpreise nachgegeben. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel um 0,50 Prozent auf 124,10 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen stieg auf 3,22 Prozent. Auch in den meisten anderen Ländern der Eurozone legten die Renditen zu.

EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel hat sich für höhere Leitzinsen zur Eindämmung der Inflationsrisiken ausgesprochen. Beim aktuellen Leitzins sei es unwahrscheinlich, dass die Inflation mittelfristig auf das anvisierte Ziel zurückkehre, sagte Schnabel in einem am Mittwoch veröffentlichten Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Daher wird eine weitere Straffung erforderlich sein." An den Finanzmärkten gilt eine Leitzinsanhebung im September fast als sicher.

Auch US-Konjunkturdaten belasteten die Kurse. In den Vereinigten Staaten sind die Auftragseingänge für langlebige Güter im Juli stärker gestiegen als erwartet. Ohne den schwankungsanfälligen Transportsektor ergab sich ebenfalls ein Zuwachs. "In dieser Abgrenzung ist es seit dem Frühjahr 2025 zu einer Serie von Anstiegen gekommen, die darauf hinweisen, dass das Verarbeitende Gewerbe auf einem Wachstumspfad eingeschwenkt ist", kommentierte Analyst Ralf Umlauf von Helaba. "Die Zinserhöhungserwartungen könnten tendenziell wieder unterstützt werden."/jsl/he

Quelle: dpa-Afx