FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Donnerstag belastet durch steigenden Ölpreisen nachgegeben. Der richtungweisende Euro-Bund-Future
Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs bestätigten sich zuletzt nicht. Die Lage verschärfte sich sogar wieder. Das US-Militär hat nahe der Straße von Hormus eine iranische Stellung angegriffen, von der aus Drohnen gesteuert wurden. Zudem seien vier Drohnen abgeschossen worden, die eine Bedrohung für die USA darstellten, erklärte ein US-Beamter. Aus der Sicht von US-Präsident Donald Trump ist der Verhandlungsstand zu einem möglichen Ende des Iran-Kriegs noch nicht zufriedenstellend. Trump erneuerte die Drohung, dass man entweder einen Deal abschließen oder weiter kämpfen werde - er sprach davon, dann "die Sache zu Ende" zu bringen.
Die Ölpreise legten daher zu. Die Festverzinslichen reagieren derzeit stark auf die Ölpreisentwicklung. Durch den kräftigen Anstieg der Ölpreise seit Kriegsbeginn Ende Februar wurden die Inflationserwartungen geschürt. An den Finanzmärkten wird überwiegend erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni ihre Leitzinsen anheben wird. Jüngste Aussagen von EZB-Vertretern deuten auch in diese Richtung.
In der Eurozone werden noch Zahlen zur Wirtschaftsstimmung im Mai veröffentlicht. In der USA steht am Nachmittag eine Vielzahl von Daten an. Es kommen Zahlen zum privaten Konsum und der Einkommensentwicklung. Positive Vorzeichen sieht die Helaba bei den Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter. Der Iran-Krieg scheine zunächst keine negativen Auswirkungen auf die US-Konjunktur zu haben. Dies gilt laut Helaba auch für die Arbeitsmarktentwicklung.
Es werden auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Zudem steht der Inflationsindikator PCE an, der von der US-Notenbank bevorzugt wird. Hier wird ein weiterer Anstieg prognostiziert./jsl/men
Quelle: dpa-Afx