FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Staatsanleihen haben am Mittwoch angesichts steigender Ölpreise merklich nachgegeben. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel um 0,53 Punkte auf 121,23 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,43 Prozent.

Belastet wurden die Anleihen von den deutlich gestiegenen Rohölpreisen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte erstmals seit Ende 2022 über 100 US-Dollar. So wurden die Inflationserwartungen einen Tag vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) wieder angeheizt. Der Kampf zwischen den USA und dem Iran um die Kontrolle in der Straße von Hormus eskaliert aufs Neue und treibt die Ölpreise nach oben.

Das US-Militär zerstörte nach eigenen Angaben als Vergeltung für Teherans Angriffe auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker und versenkte einen davon. Irans Revolutionsgarden reagierten nach eigenen Angaben umgehend mit "schweren Raketenangriffen" auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien.

"Die jüngste Stabilisierung wird auf die Probe gestellt, da der Konflikt in Nahost wieder aufflammt und sich die Märkte auf die morgige EZB-Zinserhöhung vorbereiten", schreibt Commerzbank-Experte Hauke Siemßen. "Zudem bereiten sich die Anleger auf die morgige EZB-Zinserhöhung vor, bei der Lagarde angesichts der jüngsten Inflationsentwicklung die Tür für weitere Zinserhöhungen offenhalten dürfte." Am Donnerstag steht die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank an. Angesichts der hartnäckigen Inflation wird am Markt überwiegend mit einer Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte gerechnet.

Am Freitag folgen Inflationsdaten aus den USA, die wichtige Impulse für die Zinsentscheidung der US-Notenbank in der kommenden Woche liefern dürften. Am Markt wird eine Zinserhöhung nicht ausgeschlossen./jsl/stw

Quelle: dpa-Afx