FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben nach ihrer jüngsten Rally geringfügig nachgegeben. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel am Montagvormittag um 0,04 Prozent auf 129,32 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug 2,74 Prozent.

Der Anleihemarkt hatte im Zeitraum von Anfang bis Mitte Februar von der Unsicherheit der Anleger am Aktienmarkt im Zusammenhang mit dem massiven Ausbau der Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz (KI) profitiert. Es wird befürchtet, dass KI durch Kostensenkungen und die Automatisierung von Geschäftsprozessen viele Branchen gefährden kann. Doch in den letzten Handelstagen taten sich die Anleihekurse mit weiteren Gewinnen schwer.

So hat der Anleihenmarkt zuletzt auch kaum auf die Befürchtungen mit Blick auf einen Militärschlag der USA gegen den Iran reagiert, und auch die nun wieder aufgeflammte Unsicherheit rund um die US-Zölle konnte die Kurse nicht weiter antreiben. Nach der am Freitag verkündeten Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs gegen Teile der Zollpolitik von Präsident Donald Trump legte dieser am Wochenende mit einem neuen Zollsatz nach.

Am Montag belasteten robuste Konjunkturdaten die Anleihenkurse etwas. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Februar stärker als erwartet verbessert, wie der überraschend deutliche Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindexes zeigte.

"Die deutsche Wirtschaft nimmt langsam Fahrt auf", schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Dahinter steckten die Aufträge aus den Verteidigungs- und Infrastrukturprogrammen sowie leicht höhere Konsumausgaben.

Die Zollkapriolen der USA sollte man derweil nicht überbewerten, fuhr Kater fort. Die Zollsätze seien ohnehin zu gering gewesen, um größere gesamtwirtschaftliche Auswirkungen zu haben. "Für die Unternehmen ist jetzt Planungssicherheit wichtiger, als ob es mit den Zöllen noch einmal etwas herauf oder herunter geht", resümierte der Experte./la/jsl/stk

Quelle: dpa-Afx