FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben sich am Freitag nach den jüngsten kräftigen Verlusten stabilisiert. Der richtungweisende Euro-Bund-Future trat am Morgen mit 124,28 Punkten praktisch auf der Stelle. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,19 Prozent. Am Vortag hatte sie den höchsten Stand seit 2011 erreicht.

Der jüngste Ölpreis-Schub hatte an den Märkten Konjunktur- und Inflationssorgen geschürt. Nach dem sprunghaften Anstieg infolge der erneuten Eskalation des Iran-Krieges kostet Rohöl der Referenzsorte Brent weiter mehr als 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Neben der Blockade der Straße von Hormus durch den Iran hatte zuletzt die verbündete Huthi-Miliz aus dem Jemen für Verunsicherung gesorgt. Sie hatte Angriffe auf zwei saudische Öltanker für sich reklamiert, die eine von ihr ausgerufene "Blockade" im Roten Meer missachtet hätten. Damit droht ein weiterer Engpass für Öllieferungen.

Keine entscheidenden Impulse lieferte unterdessen die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Vortag. Die Währungshüter legten eine Zinspause ein. "Die Unsicherheit ist nach wie vor hoch, und die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation sind noch nicht vollständig zum Tragen gekommen", mahnte EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Die Notenbank will weitere Konjunkturdaten abwarten und im September über eine mögliche Leitzinserhöhung entscheiden. Dann rechnen Experten mit einem weiteren Schritt. Die am Vormittag erwarteten Stimmungsdaten aus der Eurozone dürften an diesem Bild kaum etwas ändern. So lastet der hohe Ölpreis weiterhin auf der Konsumstimmung in Deutschland./jha/mis

Quelle: dpa-Afx