FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Eurokurs
Somit basiert der jüngste Rutsch des Euro auf einer Schwäche der Gemeinschaftswährung und nicht auf einer Stärke des Dollar. Denn: "Ein Blick auf den zuletzt wichtigsten Treiber des Wechselkurses, das erwartete Zinsdifferenzial zwischen der Eurozone und den USA, zeigt nämlich, dass sich dieses in den vergangenen Tagen sogar tendenziell zugunsten des Euro entwickelt hat", erklärten die Devisenexperten der Commerzbank am Morgen. So werde einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed im Oktober inzwischen eine geringere Wahrscheinlichkeit beigemessen als noch Ende vergangener Woche.
Kurzfristig dürfte der Fokus auf Frankreich bleiben, heißt es von der Commerzbank weiter. "Die von Marine Le Pen, die derzeit in den Umfragen zur Präsidentschaftswahl vorne liegt, vorgestellten ambitionierten Haushaltspläne sorgten lediglich vorübergehend für Entlastung. Dazu dürfte beigetragen haben, dass sie gleichzeitig die EZB zu Interventionen aufforderte, um den Euroländern größeren fiskalischen Spielraum zu verschaffen. Das erinnert ein wenig an das Motto: "Wasch mich, aber mach mich nicht nass.""
Dass die deutsche Exportwirtschaft im August einen Dämpfer erhielt, bewegte den Devisenmarkt indes nicht. Der Wert der Waren fiel mit 137,6 Milliarden Euro kalender- und saisonbereinigt 0,8 Prozent niedriger aus als im Monat zuvor, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Zahlen mitteilte. Von Bloomberg erfasste Experten hatten hingegen mit einem Anstieg um 0,9 Prozent gerechnet. Die Importe stiegen hingegen um 0,9 Prozent und entsprachen einem Wert von 118,1 Milliarden Euro.
Weitere potenziell marktbewegende Konjunkturdaten stehen am Donnerstag nicht auf der Agenda./mis/stk
Quelle: dpa-Afx