FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro ist am Donnerstag erstmals seit drei Monaten über 1,17 US-Dollar gestiegen. In der Spitze wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1711 Dollar gehandelt. Am Nachmittag gab der Euro einen Teil seiner Gewinne ab und kostete 1,1680 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1681 (Mittwoch: 1,1605) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8560 (0,8616) Euro.

Der Euro baute so seine deutlichen Gewinne vom Vortag etwas aus, nachdem das US-Finanzministerium angekündigt hatte, die Rückkäufe langlaufender Anleihen auszuweiten. "Fundamental ändern die Rückkäufe nichts", hießt es in einer Einschätzung von Analysten der Dekabank zur Ausweitung von Anleihekäufen in den USA. Allerdings habe die Maßnahmen eine "Signalwirkung" und daher seien die Marktreaktionen kräftig ausgefallen. Am Donnerstag beruhigte sich die Lage an den Märkten aber wieder.

Die hohe Verschuldung der USA macht an den Finanzmärkten zunehmend Sorgen. Die Staatsverschuldung ist zum ersten Mal auf mehr als 40 Billionen Dollar gestiegen. Dass die USA wie andere Staaten einen hohen Schuldenstand aufweisen, ist nichts Neues. Mehrere Entwicklungen haben den Trend jedoch verschärft, darunter die besagte steigende Zinslast sowie wachsende Sozial- und Gesundheitskosten, die mit der alternden Bevölkerung zusammenhängen. Hinzu kommen zuletzt die enormen Kosten des Iran-Kriegs und die Auswirkungen der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85725 (0,85608) britische Pfund, 185,45 (184,62) japanische Yen und 0,9333 (0,9402) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete 4.486 Dollar. Das waren rund 28 Dollar weniger als am Vortag./jsl/he

Quelle: dpa-Afx