FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro
Gleichwohl gibt Devisenexperte Volkmar Baur von der Commerzbank zu bedenken, dass der Kurs tags zuvor zwar unter die Marke von 1,12 Dollar gerutscht sei, sich die Nervosität an den Märkten mit Blick auf die laufende Verzinsung französischer Staatsanleihen allerdings etwas beruhigt habe. "Und zugegeben, der Großteil der gestrigen Euro-Schwäche fand auch bereits vor dem europäischen Marktstart statt. Der Euro kam vornehmlich im asiatischen Handel unter Druck."
Da die heute anstehenden Konjunkturdaten aus der Eurozone - deutsche Auftragseingänge, französische Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze aus der Eurozone - normalerweise wenig bewegten, könnten Impulse für französische Staatsanleihen und damit auch für den Euro eher aus der politischen Richtung kommen, so der Commerzbank-Experte.
"Nachdem Marine Le Pen vor ein paar Tagen ankündigte, im Falle eines Wahlsiegs eine Art Schuldenbremse einführen zu wollen, wurden für heute weitere Details zu diesem Plan angekündigt", schreibt Baur. Dieser Vorschlag sei bereits ein paar Tage alt und dennoch seien die laufende Verzinsung französischer Staatsanleihen und der Zinsunterschied zu deutschen Staatsanleihen stark gestiegen, weshalb es heute auf die Details des Plans ankomme. "Wie genau plant Marine Le Pen, diesen Vorschlag zur Abstimmung kommen zu lassen, und wie vereinbar (und realistisch) ist dieser Plan mit ihren sonstigen Wahlversprechen?"
Frankreichs führende Rechtsnationale Le Pen will bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr Staatschefin werden. In den Umfragen lag sie zuletzt deutlich vor den anderen Kandidaten und hat gute Chancen, in die Stichwahl zu kommen./mis/stk
Quelle: dpa-Afx