IRW-PRESS: Miningscout: Kritischer Rohstoff Graphit: Westliche Lieferketten entwickeln sich langsam
Graphit ist in kritischen Industriesektoren unverzichtbar. Westliche Unternehmen arbeiten am mühsamen Aufbau sicherer Lieferketten für den durch China dominierten Rohstoff. Ein Unternehmen aus Down Under schlägt nun ein neues Kapitel auf.
International Graphite (ISIN: AU0000210957, WKN: A3DJY5) liegt voll im Zeitplan: Das Unternehmen plant die Inbetriebnahme der Graphit-Mikronisierungsanlage in Collie, Westaustralien Mitte 2027. Collie wäre damit die erste kommerzielle Anlage dieser Art in Down Under.
Die Produktion von superfeinem hochwertigen Graphitprodukten gilt im aktuellen Marktumfeld als hochprofitabel. Auch International Graphite hofft auf hohe Margen. Ausgehend von den aktuellen Spot-Verkaufspreisen werden ein potenzieller Jahresumsatz von 26,0 Mio. USD - 32,4 Mio. USD und ein potenzielles jährliches EBITDA von 11,1 Mio. USD - 14,2 Mio. USD angestrebt. Dafür sollen 4.300 bis 6.400 Tonnen Standard- und hochwertige Fertigprodukte mit einer Größe zwischen 5m und 45m produziert werden.
China dominiert den Graphitmarkt - doch der Westen hält dagegen
Der globale Markt für Graphit durchläuft derzeit eine grundlegende Neuausrichtung. Im Kern geht es um das, was auch bei anderen Rohstoffen relevant ist: Westliche Unternehmen errichten Lieferketten außerhalb des Einflussbereichs Pekings, das den Markt bislang weitgehend dominiert.
Graphit, das sowohl in natürlicher als auch in synthetischer Form vorkommt, ist ein unverzichtbarer Werkstoff für diverse industrielle Anwendungen. Es dient als Anodenmaterial für wiederaufladbare Batterien in Elektrofahrzeugen, der Unterhaltungselektronik und stationären Energiespeichern. In der Halbleiter- und Solarindustrie kommt es bei der Herstellung von hochreinen Komponenten, Tiegeln und in der Silizium-Photovoltaik zum Einsatz. In der Luft- und Raumfahrt wird Graphit für spezialisierte Verbundwerkstoffe, Hitzeschilde und Strukturteile mit hohem Festigkeits-Gewichts-Verhältnis benötigt. Weitere Einsatzfelder: Hochtemperatur- und Metallurgie-Anwendungen, Elektronik und Elektrotechnik und Nukleartechnik.
Graphit gilt als heimliche Schwachstelle der westlichen Lieferketten. Im kommenden Jahrzehnt könnte die Nachfrage durch Elektrofahrzeuge, Energiespeicher, Verteidigungssysteme und den Netzausbau um bis zu 300 % steigen. Der Markt ist durch eine starke regionale Konzentration gekennzeichnet, wobei China die gesamte Wertschöpfungskette dominiert. Chinesische Hersteller kontrollieren etwa 85-90 % der Produktion von sphärischem Graphit und über 95 % der Herstellung von synthetischem Graphit-Anodenmaterial, heißt es im Research and Markets Bericht Global Graphite Market 2026-2036.
Das Problem der chinesischen Dominanz auf dem Graphitmarkt wird in zahlreichen Ländern als dringlich eingestuft. In den USA hat sich Systems, Technology, and Economics for Energy Revolution, kurz STEER, einer Energie- und Wirtschaftsforschungsinitiative der Stanford University, mit den Lieferketten auseinandergesetzt. Die Wissenschaftler empfehlen zusammen mit Fachleuten aus der Industrie neben Kostensenkungen und technologischen Innovationen auch Abnahmeverträge in Verbindung mit einem Mindestpreis, um der chinesischen Konkurrenz entgegenzutreten.
Rohstoffvorkommen allein reichen nicht
Dabei gilt es zwei Probleme zu lösen. Zum einen benötigen sichere Lieferketten für Naturgraphit Rohstoffvorkommen. Zum anderen werden Anlagen zur Weiterverarbeitung benötigt, die genau jene komplexen Graphitprodukte herstellen, die durch die Industrie nachgefragt werden.
Dieser Aufbau westlicher Lieferketten nimmt langsam Gestalt an. Graphite One etwa entwickelt das Projekt Graphite Creek in Alaska - laut US Geological Survey die größte bekannte Lagerstätte in den USA. Das Projekt integriert die Gewinnung kritischer Mineralien mit fortschrittlicher Materialherstellung.
Die Evion-Group Ende August den ersten verbindlichen Abnahmevertrag für das Maniry-Graphitprojekt in Madagaskar vermelden. Mit einem Kunden aus Deutschland wurde eine Mindestproduktion von 10.000 Tonnen pro Jahr (tpa) an natürlichem Flockengraphitkonzentrat über einen Zeitraum von fünf Jahren ab Produktionsbeginn vereinbart. Gut ein Viertel der in Phase-1 geplanten Produktion konnte damit bereits am Markt platziert werden.
Rückschläge gibt es allerdings auch: Northern Graphite musste kürzlich Verzögerungen beim geplanten Neustart der Mine Lac des Iles (LDI) melden. LDI ist derzeit Nordamerikas einzige Graphitmine in Produktion. Das Unternehmen arbeitet derzeit an einer Tagebauerweiterung, die die Lebensdauer der Mine um bis zu acht Jahre verlängern könnte.
International Graphite strebt Produktionsbeginn 2027 an
International Graphite plant, in absehbarer Zeit vom Entwickler- in den Produzentenstatus zu wechseln. Die Fertigstellung des Produktionsgebäudes und die Installation der ersten Mahlanlagen werden im zweiten Quartal 2027 erwartet. Die Anbietertests für zusätzliche Mahlanlagen wurden abgeschlossen, und die Gerätebestellungen werden vorbereitet.
Das für die Anlagen benötigte Graphit soll langfristig aus dem hauseigenen Springdale-Projekt an der Südküste Westaustraliens kommen, das zu den größten Graphitlagerstätten Australiens zählt. Die Ressource liegt bei 49,3 Mio. Tonnen mit einem durchschnittlichen Graphitgehalt von 6,5 %. Rund 27 % davon sind bereits in der Kategorie Indicated eingestuft.
Die Marktkapitalisierung von International Graphite liegt derzeit bei nur rund 12 Mio. EUR. Dies erscheint gemessen an dem in Schlagdistanz gerückten Produktionsbeginn und der starken Rohstoffbasis des Unternehmens sehr moderat. Spätestens, wenn die erwarteten Einnahmen fließen, ist eine Neubewertung überfällig.
Weitere Informationen zu International Graphite finden Sie im Unternehmensprofil auf Miningscout.de: https://www.miningscout.de/minenaktien/international-graphite-ltd/
Unternehmen: International Graphite ASX: IG6 WKN: A3DJY5 ISIN: AU0000210957 Webseite: https://www.internationalgraphite.com.au
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Quelle: dpa-Afx