(neu: weitere Details, Zielerhöhung im Januar, Analystenstimmen, Kursreaktion nach Börsenstart)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank
Die Deutsche-Bank-Aktie legte am Vormittag um rund 3 Prozent auf 29,73 Euro zu und war damit stärkster Gewinner im Dax
Branchenexperte Kian Abouhossein von der US-Bank JPMorgan attestierte den Frankfurtern eine gute Entwicklung. Die Kehrtwende im Firmenkundengeschäft sei endlich gelungen. Seine Kollegin Anke Reingen von der kanadischen Bank RBC lobte zudem die Investmentbank. Anders als bei einigen anderen Instituten habe die Sparte die Erwartungen erfüllt.
Die Bankspitze zeigte sich von den Ergebnissen bestätigt. "Wir freuen uns, dass wir bereits das dritte Quartal in Folge einen Rekordgewinn erzielen konnten", sagte Sewing. Damit sei die Bank auf einem guten Weg, die Ziele für 2026 zu erreichen. Die Erträge - also die gesamten Einnahmen - könnten die bisher angepeilte Marke von rund 33 Milliarden Euro im Gesamtjahr nun sogar übertreffen.
Zuversicht für Renditeziel 2028
Ähnliches gilt für die Gewinnentwicklung, jedenfalls für die kommenden Jahre. Die Ergebnisse bestärkten den Vorstand in der Zuversicht, "dass wir unser Ziel einer Eigenkapitalrendite von über 13 Prozent für 2028 übertreffen können", sagte Sewing. "Wie viel mehr wir uns zutrauen und wie der Weg dorthin aussehen soll, planen wir im Januar zu erläutern, wenn wir unsere Jahresergebnisse vorlegen", schrieb er in einem Brief an die Belegschaft.
Im dritten Quartal stieg der Vorsteuergewinn der Deutschen Bank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf gut 2,6 Milliarden Euro. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang gerechnet. Nach Steuern ergab sich ein Gewinn von rund 1,9 Milliarden Euro und damit zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Nach Abzug von Minderheitsanteilen und den Zinsen für eigenkapitalähnliche Anleihen entfielen auf die Aktionäre davon knapp 1,6 Milliarden Euro.
Investmentbank erneut der Gewinnbringer
Den Löwenanteil zum guten Abschneiden des Dax-Konzerns
Schon im Frühjahr des laufenden Jahres hatten sprudelnde Gewinne im Geschäft mit Wertpapieren und Währungen sowie bei der Begleitung von Börsengängen dem Institut einen Milliardengewinn auf Rekordniveau beschert.
Auch die Unternehmensbank und die Privatkundenbank warfen vor Steuern diesmal mehr Gewinn ab als im Vorjahreszeitraum. Die eigenständig börsennotierte Fondstochter DWS enttäuschte hingegen die Erwartungen, weil Erträge und Gewinn nicht so stark stiegen wie gedacht. Allerdings sammelten die DWS-Fonds von Anlegern im dritten Quartal unter dem Strich mit fast 31 Milliarden Euro so viel Geld ein wie nie zuvor.
Bei der Deutschen Bank steht nun nach den ersten neun Monaten ein Vorsteuergewinn von rund 8,4 Milliarden Euro in der Zwischenbilanz. Unter dem Strich entfallen auf die Aktionäre gut 5,1 Milliarden Euro.
Blick in die Vergangenheit
2025 hatte die Deutsche Bank mit gut 9,7 Milliarden Euro das bisher höchste Vorsteuerergebnis ihrer Geschichte erzielt. Unter dem Strich standen 6,1 Milliarden Euro Überschuss. Höher war der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn nur im Rekordjahr 2007 mit damals rund 6,5 Milliarden Euro./stw/ben/mis/stk
Quelle: dpa-Afx