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BEAVERTON (dpa-AFX) - Der Adidas-Rivale Nike versucht mit einem verschärften Sparkurs aus seiner teilweise hausgemachten Krise zu kommen. Das Sanierungsprogramm soll über die kommenden Jahre Einsparungen von 2,5 Milliarden US-Dollar (2,2 Mrd Euro) bringen, wie der Sportartikel-Konzern bei der Vorlage von Quartalszahlen am Donnerstag nach Börsenschluss ankündigte. Zu den Maßnahmen werde auch ein Stellenabbau gehören, sagte Nike-Chef Elliott Hill in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Am Finanzmarkt kamen die Neuigkeiten am Freitag schlecht an.

Im frühen US-Handel verlor die Nike-Aktie 5,5 Prozent auf gut 33 Dollar. Schon zuvor hatte das Papier im bisherigen Jahresverlauf rund 45 Prozent eingebüßt. Die Aktie des Konkurrenten Adidas legte zuletzt um ein Prozent zu. Puma gaben hingegen leicht nach.

Analystin Brooke Roach von der Investmentbank Goldman Sachs zeigte sich von den Erwartungen der Nike-Spitze enttäuscht. Deren Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027 habe sehr deutlich unter den Markterwartungen gelegen. Im Fokus stünden die mittelfristigen Gewinnaussichten - angesichts des zunehmenden Drucks auf die Bereiche Nike Sportswear, Jordan Brand und das China-Geschäft.

Roach strich ihre Schätzungen für die Zeit bis zum Geschäftsjahr 2029 kräftig zusammen und kappte ihr Kursziel auf 30 Dollar. Damit rechnet sie mit einem weiteren Kursverfall. Auch die Experten von UBS und JPMorgan senkten ihre Kursziele für den Sportartikel-Hersteller aus den USA.

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende August fiel Nikes Umsatz im Jahresvergleich um vier Prozent auf 11,2 Milliarden US-Dollar und lag damit etwas unter den Erwartungen der Analysten. Unterm Strich sank der Gewinn um zwei Prozent auf 712 Millionen Dollar. Die Verbraucher seien bei ihren Ausgaben zurückhaltend, sagte Hill.

Für das noch bis Ende Mai 2027 laufende Geschäftsjahr rechnet der Manager mit einem Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 1,15 bis 1,35 Dollar erreichen. Dabei ist eine Belastung für das Sparprogramm in Höhe von 0,15 Dollar je Aktie ausgeklammert. Im vergangenen Geschäftsjahr bis Ende Mai 2026 hatte der Konzern einen Gewinn je Aktie von 2,10 Dollar erzielt - in diesem Fall einschließlich Sondereffekten.

Nike sucht den Weg aus einem Tief, in das sich das Unternehmen selbst manövriert hatte. Der Konzern setzte in den vergangenen Jahren auf Kosten des Einzelhandels sehr stark auf den Verkauf über eigene Vertriebskanäle. Vor allem im US-Markt konnten daher konkurrierende Marken Nike den Regalplatz in den Geschäften abnehmen - die Verkäufe litten darunter. Das Unternehmen bemüht sich nun um ein besseres Verhältnis zu seinen Einzelhandelspartnern.

Konzernchef Hill verordnete dem Adidas-Konkurrenten einen stärkeren Fokus auf Sportler, nachdem der Lifestyle-Anteil am Sortiment in den vergangenen Jahren gestiegen war./so/stw/men/stk/he

Quelle: dpa-Afx