(neu: Stellungnahme KNDS-Sprecherin, mehr Hintergrund, Renk-Kurs aktualisiert)
AMSTERDAM/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Gut zwei Jahre nach seinem Einstieg beim Getriebespezialisten Renk
Die im MDax
Zwar hat der Renk-Kurs beflügelt durch den Rüstungsboom seit dem Börsengang des Unternehmens im Februar 2024 deutlich zugelegt. Die Anteilscheine waren zu 15 Euro angeboten worden. Der bisherige Rekord ist aber weit entfernt: Im Oktober hatte der Kurs noch bei gut 90 Euro gelegen.
KNDS hatte die Platzierung am Dienstagabend angekündigt. Das Paket, das rund 5,8 Prozent des Grundkapitals von Renk entspricht, wurde demnach nur qualifizierten Anlegern sowie internationalen institutionellen Investoren angeboten. Ab der Platzierung gilt nun eine oft übliche 180-tägige Stillhalteperiode, in der KNDS seinen Anteil nicht weiter verändern darf. "Wir beabsichtigen, die verbleibenden Anteile auf absehbare Zeit zu halten", hieß es von der Sprecherin dazu.
KNDS stellt mit weltweit mehr als 11.000 Beschäftigten unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 her, für den Renk das Getriebe baut. Die geschäftliche Beziehung zwischen beiden Unternehmen ist von der Anteils-Reduzierung nicht betroffen: KNDS unterstrich, dass der Konzern an der langfristigen Zusammenarbeit mit den Augsburgern festhalte und sprach auch dem Renk-Management volle Unterstützung zu. Auch vertraue man in die Zukunftsaussichten des Konzerns. Dabei spiegelt der Zeitpunkt der Platzierung "unseren Wunsch wider, unsere Strategie hinsichtlich des Geschäftsumfangs zu präzisieren", ergänzte die Sprecherin mit Blick auf den geplanten KNDS-Börsengang.
Spekulationen zufolge strebt KNDS noch im Juni dieses Jahres eine Notierung in Paris und Frankfurt an. Doch der Börsengang ist zum Politikum geworden. Presseberichten zufolge prüft die Bundesregierung derzeit einen Anteilkauf von 30 bis 40 Prozent, um nationale Sicherheitsinteressen zu wahren. Deshalb soll Berlin darauf gedrängt haben, den IPO bis in den Herbst zu verschieben. Das "Handelsblatt" berichtete allerdings unlängst, dass in der Bundesregierung weiter keine Einigkeit darüber besteht, mit welchem Anteil der Bund einsteigt und welchen Preis er dafür zahlen will - noch wie Deutschland gegenüber dem bereits beteiligten Frankreich Augenhöhe herstellen kann.
Der KNDS-Konzern war aus dem Zusammenschluss des deutschen Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Waffenhersteller Nexter hervorgegangen. Aktuell ist er zur Hälfte im Besitz des französischen Staates. Die übrigen 50 Prozent liegen bei der Wegmann-Familienholding, die ihren Anteil verkaufen will.
Beim Augsburger Getriebespezialisten Renk war KNDS im Zuge des Börsengangs 2024 eingestiegen. Damit wurde der Rüstungskonzern zweiter Großaktionär neben dem damaligen Mehrheitseigner, dem Finanzinvestor Triton. Mit diesem wurde seinerzeit vereinbart, dass KNDS später weitere Renk-Anteile erwerben dürfte und die Beteiligung auf bis zu 25 Prozent plus eine Aktie ausbauen könnte. Diese Option konnte KNDS aber nicht komplett einlösen, weil es zu einem Streit mit Triton kam.
Letztendlich übertrug der Investor im vergangenen Jahr nur so viele Anteile, dass KNDS danach mit knapp 16 Prozent größter Anteilseigner bei Renk war. Im August 2025 stieg Triton dann komplett bei Renk aus. Damit endete ein fünfjähriges Engagement, nachdem die deutsch-schwedische Private-Equity-Gesellschaft den Großgetriebehersteller im Jahr 2020 vom Autobauer Volkswagen
Renk stellt Antriebssysteme insbesondere für Panzer und die Marine, aber auch für die zivile Schifffahrt und die Industrie her. 2025 hatte die hohe Rüstungsnachfrage dem Unternehmen Rekorde bei Umsatz und Neugeschäft beschert. Der Konzern setzte mit rund 1,4 Milliarden Euro knapp ein Fünftel mehr um als im Jahr zuvor. Unter dem Strich verdiente Renk mit gut 101 Millionen Euro fast doppelt so viel wie im Vorjahr./tav/mne/jha/he
Quelle: dpa-Afx