PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Nach den überschaubaren Gewinnen vom Vortag haben die Anleger an den europäischen Börsen am Freitag eine abwartende Haltung eingenommen. Die wichtigsten Aktienindizes bewegten sich kaum vom Fleck. "In den vergangenen Handelswochen kamen die negativen Impulse aus der geopolitischen Gemengelage oft über die Wochenenden und stellten die Investoren montags vor vollendete Tatsachen", schrieb Marktstratege Andreas Lipkow vom Handelshaus CMC Markets.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,16 Prozent auf 6.392,93 Punkte. Außerhalb des Euroraums legte der Schweizer Leitindex SMI minimal auf 14.395,94 Punkte zu. Der britische FTSE 100 ("Footsie") verharrte nahezu bei 10.831,09 Punkten.

Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht für August lieferte kaum Impulse. Die Beschäftigtenzahl war zwar deutlich stärker gestiegen als erwartet. Dies erhöht laut Ökonomen aber die Wahrscheinlichkeit für eine baldige Anhebung des Leitzinses durch die US-Notenbank Fed. Höhere Zinsen wiederum verringern die Attraktivität von Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren.

Mit Blick auf einzelne Branchen profitierten Technologiewerte von guten Vorgaben aus Asien. Aktien des Schwergewichtes ASML stiegen um gut drei Prozent und zogen den gesamten Sektor nach oben.

Autowerte profitierten von der Stärke von Volkswagen (VW) . Die überraschende Einigung auf ein Sparpaket ließ die Vorzugsaktien des kriselnden Autobauers an der EuroStoxx-Spitze um 6,5 Prozent anspringen. Die Papiere von Renault waren mit plus einem Prozent Gewinn ebenfalls gefragt.

Nach oben ging es auch für Vodafone . Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte ihr Kursziel von 85 auf 155 Pence angehoben und die Einstufung von "Sell" auf "Buy" gedreht. Analyst Andrew Lee macht einen deutlichen Wandel in den Ertragsperspektiven des britischen Telekommunikationsunternehmens aus. Der Experte traut Vodafone auf Sicht von drei Jahren eine stärkere Verbesserung der Rendite auf das eingesetzte Kapital zu als den Wettbewerbern. Die Vodafone-Aktien stiegen unter den stärksten Werten im "Footsie" um 2,7 Prozent auf fast 126 Pence.

Verluste dagegen erlitten die Medienwerte . Hier kam das Schwergewicht Publicis nach den Vortagesgewinnen um 2,6 Prozent zurück.

Noch mehr schwächelte ein anderer französischer Standardwert. Die Anteilsscheine von Vivendi sanken um 6,7 Prozent und reagierten damit auf die Halbjahreszahlen. Die Analysten von Baader sprachen von einem durchwachsenen Zahlenwerk und bemängelten die geringen Fortschritte beim Schuldenabbau./la/stw

Quelle: dpa-Afx