PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte sind mit einer moderaten Erholung ins Wochenende gegangen. Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Plus von 0,48 Prozent bei 6.302,82 Punkten. Außerhalb der Eurozone zog der britische FTSE 100 um 0,14 Prozent auf 10.695,25 Punkte an. Der Schweizer Leitindex SMI stieg um 0,29 Prozent auf 13.945,71 Punkte.

Dennoch sei die Sorge vor weiter steigenden Zinsen und Anleiherenditen omnipräsent und erschwere eine nachhaltige Erholung an den Aktienmärkten, gab Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets zu bedenken. "Hohe Energiepreise halten den Inflationsdruck aufrecht, während steigende Renditen die Finanzierungsbedingungen verschärfen. Gleichzeitig bleibt der Konsum trotz erster Erholungssignale bei den Frühindikatoren schwach."

Stärkste Sektoren waren Banken- und Finanzwerte. Hier gab es Spekulationen zur UBS , deren Aktie um 3,2 Prozent kletterte. Die Nachrichten-Website Semafor hatte von Überlegungen des Schweizer Instituts berichtet, sich mit einer ausländischen Bank zusammenzutun. Dieser Schritt könnte in Reaktion auf striktere Eigenkapitalanforderungen in der Schweiz erfolgen. Zudem einigte sich die von der UBS übernommene Credit Suisse in einer milliardenschweren Klage gegen den australischen Versicherer IAG auf einen Vergleich.

Verluste erlitten dagegen die Ölwerte, die damit auf die jüngsten Nachrichten reagierten. Der Iran hat den USA nach Medienberichten einen neuen Vorschlag zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges vorgelegt. "Kommen die USA und der Iran bei den Gesprächen über eine Öffnung der Meerenge voran, hätte der Ölpreis Raum für eine Korrektur", bemerkte Tim Konsky, Chef der Wertpapierfirma Mitrade.

Für die Papiere von Airbus ging es um ein Prozent abwärts. Der Flugzeugbauer kämpft mit einem Qualitätsproblem bei seinem Kassenschlager A321neo. Nach Angaben eines Sprechers hat der Konzern bei einigen Jets an den Längsversteifungen im vorderen unteren Bereich des Rumpfes "Abweichungen" beim Oberflächenschutz festgestellt. Es handele sich jedoch nicht um ein Sicherheitsproblem, man habe bereits eine Lösung entwickelt, hieß es.

Zu den Verlierern gehörten auch EssilorLuxottica . Goldman Sachs hatte das Kursziel von 200 auf 165 Euro gesenkt. Auch Bernstein hatte das Ziel zurückgenommen. Mit 185 Euro nach 200 Euro fiel die Senkung allerdings weniger stark aus. Der Wert verlor 0,6 Prozent./edh/zb

Quelle: dpa-Afx