PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag ihre jüngsten Verluste ausgeweitet und damit auf den erneut gestiegenen Ölpreis reagiert. Anleger scheuten insofern weiter Risiken. Die Nachrichtenlage mahnte einmal mehr zur Vorsicht, denn zum einen wurden in irakischem Gewässer zwei Öltanker angegriffen, und zum anderen verunsicherten Aussagen von Irans neuem Religionsführer und Staatsoberhaupt. Modschtaba Chamenei forderte Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel. Auch müsse "weiterhin der Hebel der Blockierung der Straße von Hormus genutzt werden". Sie ist ein Nadelöhr der globalen Energieversorgung.
Vor diesem Hintergrund kostete ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent zuletzt wieder knapp unter 100 US-Dollar. Dies schürte Inflationssorgen, und aktuell ist wegen der Preisrisiken ungewiss, ob die US-Notenbank Fed überhaupt - wie eigentlich von den Anlegern erhofft - in diesem Jahr die Leitzinsen senken kann.
Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50
Europaweit schwächster Sektor waren die Bankaktien
Unter dem Ölpreisanstieg, der Kerosin verteuert, litten insbesondere Aktien der Fluggesellschaften. So fielen Air France-KLM
Gegenläufige Signale bestimmten unterdessen den Versicherungssektor
Es gab aber auch Gewinner der Entwicklung in der Golf-Region. So waren Rüstungswerte gefragt. Ein überzeugender Ausblick des italienischen Branchenunternehmens Leonardo
Quelle: dpa-Afx