PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europäischen Börsen haben am Mittwoch ohne gemeinsame Richtung geschlossen. Der Iran-Krieg und jüngst stark gestiegene Renditen an den Anleihemärkten hatten die Stimmung zunächst getrübt. Für vorübergehende Entlastung sorgte die Ankündigung des US-Finanzministeriums, Rückkäufe langlaufender Anleihen zu erhöhen.

Besonders deutlich sank daraufhin die Rendite von 30-jährigen Anleihen, deren Anstieg am Vortag Aktien-Anlegern noch Sorgen bereitet hatte. Gründe waren gestiegene Inflationssorgen, die Folgen des Iran-Kriegs, eine stark steigende Staatsverschuldung und der Kapitalbedarf großer KI-Unternehmen.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 geriet am Mittwoch im späten Handel dennoch unter Druck und schloss mit minus 0,37 Prozent auf seinem Tagestief bei 6.444,46 Punkten. Außerhalb des Euroraums sah es besser aus. Der schweizerische Leitindex SMI legte um 0,46 Prozent auf 14.386,58 Punkte zu. Der britische FTSE 100 gewann 0,14 Prozent auf 10.743,35 Punkte.

Papiere von Goldminen-Betreibern legten in London kräftig zu, nachdem der Goldpreis deutlich angezogen und von den gesunkenen US-Renditen profitiert hatte. Fresnillo und Endeavour Mining waren mit Zuwächsen von 7,8 beziehungsweise 7,5 Prozent die stärksten Werte im "Footsie".

L'Oreal zogen im Zuge der hohen Kursgewinne des Konkurrenten Estee Lauder an und beendeten den Handel 1,9 Prozent höher. Der US-Kosmetikhersteller hatte besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen vorgelegt.

Die Aktien von Carlsberg verloren 2,1 Prozent. Der dänische Bierbrauer hatte Zahlen zum ersten Halbjahr mitgeteilt, die von den Analysten der kanadischen RBC als enttäuschend bezeichnet wurden.

DocMorris sieht sich weiter auf Kurs in Richtung Profitabilität. Rückenwind liefert vor allem das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Anfängliche Verluste machten die Papiere wett und schlossen 3,8 Prozent fester./ajx/he

Quelle: dpa-Afx